Ich bin dann mal weg!

Hallo ihr Lieben,

ich verabschiede mich hiermit in mein Auslandsjahr nach Neuseeland 🙂 Da ich dort ganz andere Sachen im Kopf haben werde und auch nicht so regelmäßig zum Lesen kommen werde, pausiere ich meine Aktivitäten auf unserem Blog für die Zeit meines Auslandaufenthaltes.

Ich bedanke mich für euer Interesse an meinen Rezensionen und die netten Kommentare und hoffe euch in etwa einem Jahr wieder hier anzutreffen 🙂

 

Ganz liebe Grüße, eure Sat

 

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[Rezension] Kiera Cass – Selection

81o6GNT1JyL._SL1500_Titel: Selection

Autor: Kiera Cass

Broschiert: 368 Seiten
Verlag: Sauerländer  (11. Februar 2013)
ISBN: 978-3411811250

Erster Satz:

Meine Mutter war völlig ekstatisch, als wir den Brief bekamen.“

Inhalt:

America lebt mit ihren Eltern und ihren Geschwistern im Staat Illeá. Sie gehört der Kaste 5 an, einer sehr niedrigen Kaste. Ihr Freund Aspen, den sie nur heimlich treffen kann, entstammt der Kaste 6. Als eines Tages ein Brief aus dem Königshaus an alle heiratsfähigen jungen Mädchen geschickt wird und America von ihrer Mutter und von Aspen dazu gedrängt wird, an dem großen Casting für die neue Prinzessin und Frau von Prinz Maxon, teilzunehmen, stellt sich plötzlich ihr ganzes Leben auf den Kopf.

Meine Meinung:

Ich habe diesen Roman als große Kombination aus „Die Tribute von Panem“, „Germanys Next Topmodel“ und „The Bachelor“ wahrgenommen, was keinesfalls so negativ gemeint ist, wie es jetzt klingen mag. Ich muss zugeben, dass Kiera Cass vieles verwendet hat, was man irgendwoher schon kennt und die Geschichte ist teilweise relativ vorhersehbar. Trotzdem hat sie von Anfang an gefesselt und begeistert und ich habe das Buch mit großer Freude verschlungen. Es ist auf jeden Fall ein reines Jugendbuch und vielleicht hat mich gerade das so erfrischt. Der Schreibstil von Cass liest sich sehr einfach und flüssig. Die Geschichte amüsiert, ist romantisch und interessant und bietet natürlich auch Neues und Unvorhersehbares.

Die ganze Idee vom Staat Illeá wird einem erst im 2. Band klar, deswegen hierzu noch nichts. Das Kastensystem wird bereits erklärt und ist ein sehr einfaches Gebilde. Auch die Konstellation der 35 Mädchen, die schließlich in den Palast einziehen und dem Prinz zur Wahl stehen“ sprüht nicht vor Einfallsreichtum. Aber ich mochte einfach die sozialen Bindungen zwischen den Menschen und die Hauptpersonen durften sich meiner Symphatie erfreuen. Irgendwie war das Ganze eine runde Sache.

Fazit:

Kein großes Meisterwerk, aber beste Unterhaltung. Wem Shows wie „Germanys Next Topmodel“ und „The Bachelor“ zu wenig Niveau haben, darf sich an diesem Buch erfreuen. Ich würde es jederzeit weiterempfehlen.

4_Kaffeetassen

[Rezension] Emily Murdoch – Wenn ihr uns findet

Wenn ihr uns findet von Emily MurdochTitel: Wenn ihr uns findet

Autor: Emily Murdoch

Broschiert: 304 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (3. März 2014)
ISBN: 978-3453534346

Erster Satz:

Mama sagt, egal wie arm die Leute sind, ob man zu den Habenden gehört oder zu denen, die nix haben, oder ob man seiner Mama auf den Stufen dazwischen das Kreuz bricht, die besten Sachen auf der Welt gibt’s fast für umsonst.”

Inhalt:

Die fünfzehnjährige Carey lebt mit ihrer Mom und ihrer kleinen Schwester Jenessa in einem Trailer mitten im Wald. Oftmals ist sie mit der kleinen Nessa wochenlang allein, kümmert sich um sie, zieht sie auf. Zu Essen ist nie genug da, im Winter müssen sie frieren. Doch genau das ist das Leben, was Carey kennt. Als dann eines Tages eine Frau vom Jugendamt und ihr Vater vor dem Trailer auftauchen und die zwei Kinder mitnehmen wollen, verändert sich alles.

Meine Meinung:

Ich habe selten ein Buch gelesen, bei dem ich gleich vom ersten Satz an mitten drin war und unbedingt weiterlesen wollte. „Wenn ihr uns findet“ von Emily Murdoch ist eins dieser Bücher. Die Geschichte der beiden in der Wildnis lebenden Kinder, die unter ihrer drogensüchtigen Mutter leiden müssen, hat mich wirklich fasziniert. Nichts wirkt aufgesetzt oder Aufmerksamkeit heischend. Murdoch beschreibt das Leben im Wald und die Gefühle und Gedanken in der zivilisierten Welt so authentisch, dass man meinen könnte dabei gewesen zu sein. Die Entwicklung, die Carey und Jenessa durchmachen lässt sich sehr gut nachvollziehen und mitfühlen. Die Beziehung zu den neuen Menschen in ihrem Leben, all das Neue, was auf die beiden einprasselt und mit dem die beiden Mädchen so unterschiedlich umgehen wirkt echt und nachvollziehbar, regt zum Nachdenken an.

Murdochs Schreibstil hat mich gefesselt, war authentisch, war poetisch und schockierend zugleich. Er hat etwas in mir berührt und mich voller Spannung zum Weiterlesen gedrängt. Ich liebe dieses Buch von vorne bis hinten.

Fazit:

Eine ergreifende Geschichte, eingebettet in einen wundervollen Schreibstil. Unbedingt empfehlenswert!

5_Kaffeetassen

[Rezension] Jojo Moyes – Eine Handvoll Worte

Moyes, eine handvoll worteTitel: Eine Handvoll Worte

Autor: Jojo Moyes

Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
Verlag: rororo (Oktober 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3499267765

Erster Satz:

“Ellie Haworth hat ihre Freunde in der dichtgedrängten Menge entdeckt und bahnt sich einen Weg durch die Bar.”

Inhalt:

London 1960. Jennifer Stirling lebt sorgenfrei mit ihrem wohlhabenden Ehemann in einem wunderschönen Haus. Sie hat Freundinnen und schwimmt im Geld, doch sie ist nicht glücklich. Eines Abends lernt sie Anthony O’Hare kennen und ihr ganzes Leben verändert sich.

London 2003. Ellie Haworth arbeitet in ihrem Traumjob als Journalistin bei der Nation und führt eine Affäre mit einem verheirateten Mann. Jeden Tag aufs Neue versucht sie sich einzureden, dass sie glücklich ist und alles genau so wollte, wie es ist. Bis sie bei der Recherche für einen Artikel auf die Liebesbriefe von Jennifer Stirling stößt. Die dramatische Liebesgeschichte lässt Ellie nicht mehr los und sie versucht herauszufinden, was damals geschehen ist.

Meine Meinung:

So sehr, wie ich mich durch die ersten 150 Seiten (glücklicherweise ist es so dick!) gekämpft habe, so sehr bin ich durch den Rest des Buches geflogen. Gott sei Dank hat mich jemand vorgewarnt, dass das erste Stück des Buches sehr langatmig ist, sonst hätte ich wohl nicht so tapfer durchgehalten.

Jojo Moyes lässt uns an den Leben zweier Frauen aus unterschiedlichen Zeiten teilhaben. Jennifer, die 1960 lebt und an ihren Mann gebunden und der Gesellschaft ausgliefert ist, die sich nach Respekt und Ebenbürtigkeit sehnt. Und Ellie Haworth, Journalistin, alleinlebend, Single und eine Affäre führend, die sich irgendwie selbst verloren hat und so gerne glücklich wäre. Moyes beginnt 1960 und ermöglicht uns einen wunderbaren Einblick in diese Zeit, in die Gepflogenheiten und Tabus. Sie erzählt eine wundervolle Liebesgeschichte und lässt den Leser gespannt weiterlesen. Später im Buch macht Moyes dann den Zeitsprung zu 2003 und Ellie wird die Hauptprotagonistin. Authentisch beschreibt sie das Leben einer jungen Frau, die nicht genau weiß, was sie vom Leben eigentlich möchte. Auch hier kommt rasch Liebe ins Spiel und so bilden sich zwei Spannungsbögen. Einer für Ellie und ihr Leben und einer für Jennifer, denn ihre Geschichte ist noch nicht vorbei und wird durch Ellie wieder angekurbelt.

Moyes‘ gefühlvollen Schreibstil habe ich wieder sehr genossen. Sie weiß einfach, welche Worte sie benutzen und wie sie die Sätze anordnen muss, um den Leser völlig für sie einzunehmen. Gerade durch das letzte Viertel des Buches bin ich nur so geflogen.

Was mir nicht so gut gefallen hat, waren die Liebesbriefe / SMS o.ä., die zwischen den Kapiteln für Auflockerung sorgen sollten. Die Idee an sich war wirklich schön, aber die Auswahl hat mich gar nicht überzeugt. Für mich persönlich hätten diese Auszüge romantischer, gefühlvoller oder irgendwie interessanter sein können.

Fazit:

Wer den Ehrgeiz hat sich durch die ersten 150 Seiten zu beißen, der wird von diesem Buch begeistert sein. Eine interessante und spannende Geschichte, Gefühl pur und der wunderbare Schreibstil Jojo Moyes‘ haben mich „Eine Handvoll Worte“ sehr gern lesen lassen.

4_Kaffeetassen

[Rezension] Carmine Abate – Der Hügel des Windes

av_abate_huegel_rz.inddTitel: Der Hügel des Windes

Autor: Carmine Abate

Gebundene Ausgabe: 314 Seiten
Verlag: Aufbau Verlag (August 2013)
ISBN: 978-3351035457

Erster Satz:

“Die Schüsse klangen wie der Auftakt eines Feuerwerks am helllichten Tag, mit einem trockenen und irrealen Echo, das vom Meer verschluckt wurde.”

Inhalt:

Anfang 20. Jahrhundert, Kalabrien. Der wunderschöne, durch den Süßklee rot blühende Hügel Rossarco bestimmt das Leben der Familie Arcuri. Dort lebt sie von der Landwirtschaft auf diesem Hügel, erntet Obst, Oliven und anderes, stellt ihren eigenen Wein her. Dieses Buch begleitet die Familie von Alberto Arcuri, der die Gebiete des Rossarco gekauft hat, über viele Generationen bis heute. Sie beschreibt das harte Leben der Bauern, den Krieg, das Miteinander in einer Familie und vor allem die Herrlichkeit der Natur.

Meine Meinung:

„Der Hügel des Windes“ beginnt mit einem, meiner Meinung nach, sehr schlechten Einstieg. Dadurch, dass eine Person etwas aus eigener Perspektive erzählt, die man überhaupt nicht kennt und nicht vorgestellt bekommt, hat der Anfang dieses Romans für mich eine absolut abwehrende Wirkung gehabt. Ich habe das Buch relativ schnell wieder zugemacht und musste mich erst einmal wieder zum Lesen überreden.

Mit der Zeit lässt uns Abate dann doch ein bisschen mit den Protagonisten vertraut werden, wird persönlicher. Für mich aber leider während des ganzen Buches nicht genug. Das Gefühl, das Geschehen als Außenstehende mitzuerleben, blieb leider.

Was der Autorin aber gut gelingt, ist, uns einen Einblick in das bäuerliche Leben Kalabriens des 20. Jahrhunderts zu verschaffen. Auch die Familienstruktur und das soziale Miteinander kommen in Abates Werk gut zur Geltung und haben die Geschichte für mich interessanter gemacht. Ebenso wird man mit der Natur Kalabriens, vor allem dem Hügel Rossarco vertraut gemacht und beginnt die Zuneigung der Familienmitglieder zu diesem zu verstehen. Ich habe mich allerdings mit der Zeit etwas an den sich stetig wiederholenden Beschreibungen des Hügels gestoßen. Ja, der Hügel ist immer noch rot von den Blüten des Klees, ja, er verströmt immer noch einen wunderbaren und einzigartigen Duft.

Fasziniert hat mich, wie Carmine Abate es geschafft hat, eine Geschichte über so viele Generationen hinweg zu schreiben, ohne dass es mir zu viel wurde oder Langeweile aufkam. Spannung kam zwar für mich im Buch äußerst selten auf, dennoch habe ich mich nie gelangweilt.

Fazit:

Solides Werk, in dessen Vordergrund das Familienleben einer kalabrischen Familie und die Schönheit des Hügels Rossarco steht. Spannungsliebhaber sollten  aber die Finger von diesem Buch lassen.

3_Kaffeetassen

[Rezension] Gillian Flynn – Gone Girl

gone girlTitel: Gone Girl – Das perfekte Opfer

Autor: Gillian Flynn

Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
Verlag: FISCHER Scherz  (August 2013)
ISBN: 978-3502102229

Erster Satz:

“Wenn ich an meine Frau denke, fällt mir immer ihr Kopf ein.”

Inhalt:

Amy und Nick lernen sich bei einer Party kennen, verlieben sich, sind glücklich und heiraten schließlich. Zu jedem Hochzeitstag denkt sich Amy eine rätselhafte Schnitzeljagd für Nick aus, doch bevor dieser am 5. Hochzeitstag damit beginnen kann, verschwindet seine Frau auf rätselhafte Weise. Die Wohnungstür steht offen, im Wohnzimmer scheint ein Kampf stattgefunden zu haben. Nick wendet sich umgehend an die Polizei, nicht ahnend, dass diese in ihm sofort den Hauptverdächtigen sieht. Nach und nach löst Nick seine Schnitzeljagd und kommt der Lösung des Rätsels um die verschwundene Amy immer näher.

Meine Meinung:

Die Lobgesänge auf dem Buchrücken von „Gone Girl“ versprechen nicht zu viel. Ich war anfangs sehr skeptisch, auch weil ich erst einmal ein paar Seiten brauchte, um in die Geschichte reinzukommen. Dann aber konnte ich das Buch quasi gar nicht mehr aus der Hand legen.

Erzählt wird die Geschichte immer abwechselnd von Nick und von Amy und beginnt damit, dass sich Nick in der Gegenwart und Amy in der Vergangenheit befindet. Aus beiden Perspektiven habe ich die Geschichte sehr gern gelesen und man konnte die unterschiedlichen Erzählweisen auch ganz gut auseinanderhalten. Da es sich bei „Gone Girl“ um einen Krimi handelt und gerade dieser von Überraschungseffekten, falschen Fährten und schockierenden neuen Tatsachen lebt, möchte ich nicht zu viel verraten. Nur so viel: die Geschichte ist durch die Bank weg spannend, immer wieder wird der Leser an der Nase herum geführt, ständig kommen neue, unerwartete Wendungen. In diesem Buch ist nichts wie es scheint und alles ist möglich. Ein psychologisches Meisterwerk, meiner bescheidenen Meinung nach.

Fazit:

Schockierend und schrecklich spannend mit einer Story, die man so kein zweites Mal finden wird. Absolut empfehlenswert!

5_Kaffeetassen

[Rezension] Kai Meyer – Die Sturmkönige – Dschinnland Teil I

die_sturmkoenigeAutor: Kai Meyer

Sprecher: Andreas Fröhlich

Titel: Die Sturmkönige – Dschinnland Teil I

Audio CD: 6 CD’s
Verlag: Bastei Lübbe [Lübbe Audio]  (November 2008)
ISBN: 978-3785737514

Inhalt: Tarik al-Jamal ist der beste Teppichreiter in Samarkand. Früher schmuggelte er Waren von Bagdad durch die Dschinnwüste, bis er dort seine große Liebe Maryam verlor. Als plötzlich die hübsche Sabatea auftaucht und Tariks Bruder Junis mit ihr in das gefährliche Dschinnland aufbricht, muss Tarik über seinen Schatten springen und reist den beiden nach.

Meine Meinung:

Das Hörbuch zu Kai Meyers „Die Sturmkönige“ hat mir sehr gut gefallen. Gleich zu Anfang wurde ich mitten in die Geschichte gezogen. Trotz kleinerer und größerer Macken der Hauptcharaktere waren sie mir alle sofort sympathisch und haben mein Interesse geweckt. Die Geschichte ist spannend und gut erzählt, meine Konzentration ist beim Zuhören nicht abgerissen. Vor allem der Sprecher Andreas Fröhlich hat mich sehr begeistert. Seine Stimme habe ich als sehr angenehm empfunden und im Dialog konnte er die verschiedenen Charaktere gut differenzieren, ohne ins Alberne abzurutschen. Gut gefallen hat mir auch die musikalische Untermalung.

Mein einziger Kritikpunkt ist Andreas Fröhlichs Umsetzung des Narbennarrs. Wenn dieser sprach, rollten sich mir jedes Mal die Fußnägel hoch. Fröhlich atmete beim Sprechen übertrieben ein und aus und das hat mich beim Zuhören fast wahnsinnig gemacht.

Anzumerken ist vielleicht noch, dass der erste Teil der Dschinnland Reihe keinen eigenen Abschluss hat. Wenn man nicht vorhat sich alle Teile zuzulegen sollte man sich den ersten vielleicht nicht kaufen.

Fazit:

Spannende Geschichte und fantastischer Sprecher! Ich habe es sehr gerne gehört.

4_Kaffeetassen

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