[Rezension] Alice Hoffman – The museum of extraordinary things

Hoffman, The museum of extraordinary thingsTitel: The museum of extraordinary things

Autor: Alice Hoffman

Gebunden: 384 Seiten

Verlag: Scribner (18. Februar 2014)

Sprache: English

ISBN: 978-1451693560

Erster Satz:

„You would think it would be impossible to find anything new in the world, creatures no man has ever seen before, one-of-a-kind oddities in which nature has taken a backseat to the coursing pulse of the fantastical and the marvelous.“

Inhalt:

Coney Island, 1911: Die achtzehnjährige Coralie ist abgeschottet von der Außenwelt aufgewachsen, die Begleiter ihrer Kindheit sind die Menschen, die als „lebende Wunder“ und „Monstrositäten“ im Museum ihres Vaters arbeiten, dem „Museum of Extraordinary Things“. Auch Coralie ist anders als die meisten Menschen, denn sie ist mit Schwimmhäuten zwischen den Fingern auf die Welt gekommen, die sie stets unter ihren Handschuhen verbergen muss. Außer für ihre Auftritte im Wassertank des Museums, in dem ihr Vaters sie dem staunenden Publikum als „menschliche Meerjungfrau“ präsentiert. Jede Nacht schwimmt Coralie stundenlang im eiskalten Hudson River, um die Kapazität ihrer Lungen zu trainieren. Und träumt heimlich von einem freien, normalen Leben.

Nicht weit entfernt wächst der jüdische Junge Eddie auf, der gemeinsam mit seinem Vater aus der Ukraine fliehen musste und wie viele andere Einwanderer unter erbärmlichsten Verhältnissen in einer Nähfabrik schuftet. Das Schicksal führt ihn schließlich zu einem meisterhaften Fotografen, der ihn aufgrund seiner Hartnäckigkeit unter die Fittiche nimmt und in seiner Kunst ausbildet. Durch die Linse seiner Kamera beginnt Eddie, die Welt anders wahrzunehmen.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Schicksal Coralie und Eddie zusammenführt.

Meine Meinung:

„The museum of extraordinary things“ ist ein buntes Potpourri verschiedenster Charaktere und Handlungsstränge; es ist gleichzeitig eine historische Geschichte, die wahre Begebenheiten in New York miteinander verbindet (der Untergang der Vergnügungsparks, das Leben jüdischer Einwanderer, die miserablen Arbeitsbedingungen in den Fabriken und nicht zuletzt das verheerende Feuer in der Shirtwaist Factory) und eine Mystery- und zarte Liebesgeschichte.

Hoffman zeichnet dabei vor allem sämtliche Haupt- und Nebenfiguren sehr genau und vielschichtig. Selbst die Stadt New York scheint ein lebendiger, atmender Protagonist ihrer Geschichte zu sein, wenn nicht sogar die dritte Erzählstimme neben Eddie und Coralie. Das Flair der damaligen Zeit ist wunderbar eingefangen und die historischen Hintergründe gut recherchiert und spannend in die Handlung verwoben.

Für mich war „The museum of extraordinary things“ eine lohnende Lektüre, auch, wenn ich mir noch ein wenig mehr von dem Roman gewünscht hätte. Der Leser weißt von Anfang an, dass Coralie und Eddie einander treffen werden, tatsächlich findet die erste Begegnung der beiden aber relativ spät in der Handlung statt, nur um die Wege der beiden für lange Zeit erneut zu trennen.

Liebe ist das große Wort, das über Hoffmans Geschichte schwebt, man bangt mit den jungen Leuten, ob sie die Wahrheit hinter diesem universellen Begriff finden werden, aber die Handlung will sich nie so recht darauf fokussieren und Hoffman gelingt es auch nie ganz, sie richtig einzufangen. Ebenso lässt sie die sorgsam gesponnenen Fäden des Mystery-Plots zwischendurch immer viel zu lange ruhen, sodass eine echte Spannung in dieser Hinsicht nie recht aufkommen will.

Was bleibt, ist ein vollkommen gelungener historischer Roman, der sich aber bemüht, mehr zu sein und dabei auf der geschickt erdachten zweiten und dritten Ebene nie sein volles Potential entfalten kann.

Fazit:

Ein genreübergreifender, in erster Linie aber doch historischer Roman, der in Sachen Liebes- und Mystery-Geschichte ein Paar Wünsche offenlässt.

4_Kaffeetassen

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