[Rezension] Benjamin Monferat – Welt in Flammen

Monferat, Welt in FlammenTitel: Welt in Flammen

Autor: Benjamin Monferat

Gebundene Ausgabe: 784 Seiten
Verlag:
 Wunderlich (August 2014)
ISBN:
 978-3805250696

Erster Satz:

“Der Himmel im Osten war flüssiges Feuer.”

Inhalt:

Mai 1940: Während Europa in den Krieg zieht, bricht in Paris ein letztes Mal der legendäre Orient-Express zu seiner Fahrt nach Istanbul auf.  An Bord befindet sich eine äußerst illustre – und undurchsichtige – Gesellschaft. Jeder der Reisenden hat einen ganz bestimmten Grund, diese letzte Fahrt anzutreten. Eine inzwischen glanzlose Stummfilmdiva fürchtet das Vergessen und hofft, in Istanbul einen reichen Gönner zu finden. Ein im Exil lebender Balkanfürst will die Macht über sein Land zurückgewinnen. Seine jüdische Geliebte ist auf der Flucht vor den Deutschen. Eine russische Großfürstenfamilie ist gezwungen, unterzutauchen. Ein Spion der Bolschewiki geht über Leichen, um einen Gegenstand von allergrößtem Wert an sich zu bringen. Agenten aller kriegführenden Mächte befinden sich Wagon an Wagon, Abteil an Abteil. Ein Pulverfass, das jeden Moment in die Luft zu gehen droht.

Der Ausgang der Reise ist unabsehbar. Jeden Moment kann die politische Situation in den zu durchfahrenden Staaten kippen, jeder Grenzübertritt, jeder neue Tag kann das Ende bedeuten. Und schließlich bricht Chaos und Zerstörung an Bord aus …

Meine Meinung:

Was für ein Klopper, habe ich mir gedacht, als ich das Buch das erste Mal in der Hand gehalten habe. Und was für ein reißerischer Klappentext. Da scheint ja wirklich alles drin zu stecken. Das wird entweder richtig toll, oder es geht gewaltig in die Hose.

Es wurde richtig toll. Und es steckt wirklich alles drin: Große Geheimnisse. Große Gefahren. Große Gefühle. Große Action. Ein Schmöker, ein großer Abenteuerroman. Eins der Bücher, in die man eingekuschelt am Kamin versinken könnte, wenn man einen Kamin hätte. Oder mit denen man sich die Nacht um die Ohren schlägt, während draußen ein kolossaler Sturm tobt. Mit denen man seine Haltestelle verpasst. Oder die man im Laufen vor sich her trägt, weil man die elenden Minuten bis zur Haustür nicht vergeuden will.

Ich habe „Welt in Flammen“ wirklich gefressen. Ich habe nicht auf die Seitenzahlen geachtet, bin beim Lesen nie mit den Gedanken abgeschweift, habe keine einzige langweilige Passage gefunden, ich bin nicht mal mit den vielen Figuren durcheinandergekommen. Und das bei einem Umfang von 784 Seiten und einem Aufgebot von über dreißig wichtigen Figuren. 784 Seiten, deren Handlung einen Zeitraum von gerade einmal drei Tagen umfasst und beinahe ausschließlich an Bord des Express spielt. Die Erzählperspektive springt dabei immer wieder zwischen den einzelnen Reisenden hin und her, was sich äußerst abwechslungsreich liest und die Spannung zusätzlich anfacht. Die Figuren sind allesamt sehr charakteristisch und vielschichtig gezeichnet. Beinahe habe ich mich manchmal in einen alten Film hineinversetzt gefühlt, so bildhaft erschienen mir die Figuren, die Szenen, die Dialoge.

Fazit:

Wer mal wieder Lust hat auf einen echten Schmöker, auf einen Roman, der bis an den Rand gefüllt ist mit all dem, was man sich in eine richtig gute Geschichte hineinwünscht, der sollte zu „Welt in Flammen“ greifen.

Und jetzt hätte ich gerne eine Verfilmung davon. Am liebsten einen süffigen, toll ausgestatteten  TV-Mehrteiler. Kommt schon, der Stoff bietet sich doch geradezu dafür an. Was die Briten können, können wir doch auch, oder?😉

5_Kaffeetassen

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