[Rezension] Katy Simpson Smith – Eine Geschichte von Land und Meer

simpson smith, Eine Geschichte von land und meer

Titel: Eine Geschichte von Land und Meer

Autor: Katy Simpson Smith

Taschenbuch: 317 Seiten
Verlag: Insel (18. August 2014)
ISBN: 978-3458176145

Erster Satz:

“Wenn sich im August an manchen Tagen der Sturm in die Küste von North Carolina verbeißt, schleift er eine Matratze in die Diele und erzählt seiner Tochter Geschichten von ihrer Mutter, wahre und unwahre.”

Inhalt:

North Carolina, 1793: Die zehnjährige Tabitha lebt in bescheidenen Verhältnissen allein mit ihrem Vater John. Sie ist ein Wildfang, streunt durch die Gegend, sammelt kleine Schätze, die sie an der Küste findet. Als Tab an Gelbfieber erkrankt, lässt John alles hinter sich zurück, um mit ihr an Bord des nächsten Schiffes zu kommen. Denn er fühlt, dass er Tab nur auf der freien Weite des Meeres retten kann …

North Carolina, 1771: Helen wächst als einzige Tochter des wohlhabenden Besitzers einer Kiefernplantages auf. Sie ist aufmüpfig, arrogant und freiheitsliebend. Den Sklaven auf der Plantage lehrt sie Lesen und predigt unbeirrt in einer zusammengezimmerten Kapelle die Bibel. Als Helens Vater ihre Sklavin Moll, die mir ihr gemeinsam aufgewachsen ist, gegen deren Willen verheiratet, denkt sie nicht daran, ihrer Jugendfreundin zu helfen. Helen selbst aber will auf keinen Fall heiraten und ignoriert alle Verkupplungsversuche ihres Vaters. Bis sie auf einer Gartenfeier für Soldaten auf Heimaturlaub John kennenlernt, der in ihr das erste Mal die Sehnsucht nach dem Meer weckt. Die Liebe der beiden darf nicht sein, und alles, was ihnen bleibt, ist die Flucht an Bord eines Schiffes …

Meine Meinung:

In ihrem Debütroman erzählt die Amerikanerin Katy Simpson Smith auf drei Zeitebenen die Geschichte von Tabitha, Helen und Moll. Gleichzeitig ist es aber auch die Geschichte des heimatlosen Soldaten John und des Plantagenbesitzers Asa, den uralte Schuldgefühle zu einem verbitterten alten Mann gemacht haben. In diesen dicht verwobenen Geschichten geht es um die Liebe zwischen jungen Menschen und die Liebe eines Vaters zu seiner Tochter.

Katy Simpson Smith’s Sprache ist einfach wunderbar. Sie erzählt rau, lebensecht und in wortstarken Bildern. Ihr historischer Roman atmet förmlich. Manche Szenen fühlen sich an wie ein Gemälde und sind gleichzeitig so lebendig, als würde man die Geschichte durch ein Zeitloch beobachten. Das Erzählte klingt noch einige Zeit nach wie ein melancholisches Sommerlied.

Denn melancholisch ist der Roman von Simpson Smith. Das Dramatische zieht sich durch die gesamte Handlung und selbst das Ende bringt nur einen Hauch von Erlösung.

Fazit:

Ein bildstarker, wunderbar geschriebener Roman, der ins North Carolina um 1800 entführt. Ein Roman, der in das Leben von Menschen eintaucht und sie wieder verlässt, ohne am Ende alle Fragen zu beantworten. Für einige von ihnen würde man sich gern einen anderen Verlauf des Schicksals wünschen. Das Buch habe ich deshalb mit einem lachenden und einem weinenden Auge geschlossen.

4.5_Kaffeetassen

 

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