[Abgebrochen] Maggie Stiefvater – Wen der Rabe ruft

stiefvater, Wen der rabe ruftTitel: Wen der Rabe ruft

Autor: Maggie Stiefvater

Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
Verlag: script5 (Oktober 2013)
ISBN: 978-3839001530

Erster Satz:

„Blue Sargent wusste mittlerweile schon gar nicht mehr, wie oft ihr gesagt worden war, dass sie ihrer wahren Liebe den Tod bringen würde.“

Inhalt:

Blue lebt mit ihrer Mutter, ein paar Tanten und deren Freundinnen in einem Haus am Rand einer amerikanischen Kleinstadt. Die Frauen arbeiten allesamt als Kartenlegerinnen und Seherinnen. Nur Blue hat diese Gabe nicht geerbt, sie scheint jedoch übersinnliche Kräfte wie ein Katalysator verstärken zu können.

Deshalb begleitet sie eine der Frauen auch jedes Jahr im April auf den Kirchhof der Stadt, wo sie die Seelen derer empfängt, die bald sterben werden. Die Seelen konnte sie bisher nur spüren, aber diesmal ist es anders: Sie sieht den Geist eines Jungen, der ihr sagt, sein Name sei Gansey. Die einzige Erklärung dafür ist, dass sie der Grund für seinen Tod sein wird. Und seit ihrer Geburt gibt es die Weissagung, dass sie ihre wahre Liebe durch einen Kuss töten wird …

Kurzrezension:

Dies war mein erstes Buch von Maggie Stiefvater, die zuvor einen riesigen Erfolg mit ihrer Trilogie „Nach dem Sommer“ landete. „Wen der Rabe ruft“ ist der Auftakt zu einer Quadrologie.

Beim Lesen von „Wen der Rabe ruft“ habe ich mich gequält. Stiefvater erzählt unheimlich langatmig, es lässt sich kein roter Faden erkennen, sogar die Stringenz schien mir immer wieder völlig abhanden zu kommen. Blue ist ein langweiliger und recht nervig naiver 08/15-Charakter; es war mir unmöglich, ihre Tanten/Freundinnen ihrer Mutter auseinander zu halten, die durch ihr Zuhause wuseln und sich abgesehen von ihren eigenwilligen Namen und kleinen Marotten kaum voneinander unterscheiden.

Dazu kommen noch die vier „Raven Boys“ von der örtlichen Elite-Schule Aglinoby Academy, mit denen es Blue bald zu tun bekommt. Gansey, Adam, Ronan und Noah sind ein zum Großteil eingebildeter Haufen reicher Schnösel, die sich typischer Weise hauptsächlich für ihre Luxuskarren interessieren und – darum geht es in der Geschichte – für die Suche nach dem uralten Grab des geheimnisvollen walisischen Königs Glendower. Weshalb, warum? Ich hab’s nicht geschnallt, es kam mir nicht logisch vor, dieser Part der Handlung wollte einfach nicht passen zu diesen reichen und gähnend langweiligen Knilchen. Ja, jeder von ihnen scheint eine geheimnisvolle Vergangenheit zu haben, aber man erfährt ewig nichts darüber, muss im Dunkeln tappen und fragt sich, wie hier eins zum anderen finden soll. Europäische Mythologie in ein amerikanisches Setting zu packen halte ich sowieso für schwierig, aber Maggie Stiefvater gelingt es meiner Meinung nach überhaupt nicht. Klischeehafte Highschool-Story, eine langweilige Protagonistin, das nervige Vierergespann der Jungs und die mythologische Geschichte werden hier stattdessen zu einem schlecht geplotteten und langatmigen Brei vermatscht.

Auch Maggie Stiefvaters Schreibe konnte mich nicht überzeugen – das betrifft die banalen und seltsam abrupten Dialoge ebenso wie eigenartige und unlogische Wortbilder und Beschreibungen. Die endlos aneinandergereihten unwichtigen Szenen brachten die undurchsichtige Handlung nur noch mehr durcheinander und zerrten sie in die Länge. An allen Ecken und Enden hätte für mehr Stringenz und Spannung kräftig gekürzt werden müssen. Stattdessen erwischte ich mich ständig dabei, mit den Gedanken abzuschweifen mit dem Gefühl, von Stiefvater „vollgelabert“ zu werden, um es auf den stattlichen Umfang des Buches und eine Länge von insgesamt vier Bänden zu bringen. Wer hier in wen verliebt ist, wessen Schicksal sich wie erfüllt, was es mit Glendower auf sich hat und ob man ihn am Ende (von Band vier?!) eventuell finden wird, all das war mir irgendwann ziemlich egal. Auf Seite 250 war für mich das Abenteuer zu Ende und ich bin glücklich, nicht auch noch die nächsten dreieinhalb Bände lesen zu müssen.

 

 

2 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Bücherphilosophin
    Mai 05, 2014 @ 10:03:30

    Diesen Roman habe ich noch vor mir. Schade, dass er Dich nicht überzeugen konnte. Ich habe bisher nur gutes darüber gehört, aber so ein Leseeindruck ist natürlich eine sehr subjektive Sache.
    Ich hoffe nun, dass ich dem Buch mehr werde abgewinnen können, als es Dir gelang. Schließlich breche ich Bücher nur sehr ungern ab und möchte mich nicht unnötig durch den Roman hindurch quälen.

    Hab einen sonnigen Start in die Woche,
    Katarina🙂

    Antworten

  2. keeweekat
    Mai 05, 2014 @ 21:53:05

    Hallo Katarina,

    na, da hoffe ich doch, dass du mehr Spaß mit „Wen der Rabe ruft“ hast als ich!🙂
    Ich hasse es eigentlich auch, Bücher abzubrechen (das letzte Mal hab ich das vor über zwei Jahren gemacht^^), aber diesmal war es für mich einfach wieder so weit und im Nachhinein bin ich froh darüber, denn so habe ich in dieser Zeit mit anderen Büchern wieder Spaß und komme nicht aus dem Lesefluss, weil ich mich ewig bis zum Ende gequält habe.

    Aber die positiven Rezis zum Buch überwiegen wirklich, deshalb wünsche ich dir viel Spaß beim Lesen und bin gespannt auf dein Urteil!😀

    Antworten

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