[Rezension] Carmine Abate – Der Hügel des Windes

av_abate_huegel_rz.inddTitel: Der Hügel des Windes

Autor: Carmine Abate

Gebundene Ausgabe: 314 Seiten
Verlag: Aufbau Verlag (August 2013)
ISBN: 978-3351035457

Erster Satz:

“Die Schüsse klangen wie der Auftakt eines Feuerwerks am helllichten Tag, mit einem trockenen und irrealen Echo, das vom Meer verschluckt wurde.”

Inhalt:

Anfang 20. Jahrhundert, Kalabrien. Der wunderschöne, durch den Süßklee rot blühende Hügel Rossarco bestimmt das Leben der Familie Arcuri. Dort lebt sie von der Landwirtschaft auf diesem Hügel, erntet Obst, Oliven und anderes, stellt ihren eigenen Wein her. Dieses Buch begleitet die Familie von Alberto Arcuri, der die Gebiete des Rossarco gekauft hat, über viele Generationen bis heute. Sie beschreibt das harte Leben der Bauern, den Krieg, das Miteinander in einer Familie und vor allem die Herrlichkeit der Natur.

Meine Meinung:

„Der Hügel des Windes“ beginnt mit einem, meiner Meinung nach, sehr schlechten Einstieg. Dadurch, dass eine Person etwas aus eigener Perspektive erzählt, die man überhaupt nicht kennt und nicht vorgestellt bekommt, hat der Anfang dieses Romans für mich eine absolut abwehrende Wirkung gehabt. Ich habe das Buch relativ schnell wieder zugemacht und musste mich erst einmal wieder zum Lesen überreden.

Mit der Zeit lässt uns Abate dann doch ein bisschen mit den Protagonisten vertraut werden, wird persönlicher. Für mich aber leider während des ganzen Buches nicht genug. Das Gefühl, das Geschehen als Außenstehende mitzuerleben, blieb leider.

Was der Autorin aber gut gelingt, ist, uns einen Einblick in das bäuerliche Leben Kalabriens des 20. Jahrhunderts zu verschaffen. Auch die Familienstruktur und das soziale Miteinander kommen in Abates Werk gut zur Geltung und haben die Geschichte für mich interessanter gemacht. Ebenso wird man mit der Natur Kalabriens, vor allem dem Hügel Rossarco vertraut gemacht und beginnt die Zuneigung der Familienmitglieder zu diesem zu verstehen. Ich habe mich allerdings mit der Zeit etwas an den sich stetig wiederholenden Beschreibungen des Hügels gestoßen. Ja, der Hügel ist immer noch rot von den Blüten des Klees, ja, er verströmt immer noch einen wunderbaren und einzigartigen Duft.

Fasziniert hat mich, wie Carmine Abate es geschafft hat, eine Geschichte über so viele Generationen hinweg zu schreiben, ohne dass es mir zu viel wurde oder Langeweile aufkam. Spannung kam zwar für mich im Buch äußerst selten auf, dennoch habe ich mich nie gelangweilt.

Fazit:

Solides Werk, in dessen Vordergrund das Familienleben einer kalabrischen Familie und die Schönheit des Hügels Rossarco steht. Spannungsliebhaber sollten  aber die Finger von diesem Buch lassen.

3_Kaffeetassen

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