[Rezension] Thomas Willmann – Das finstere Tal

Willmann, Das finstere TalTitel: Das finstere Tal

Autor: Thomas Willmann

Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Ullstein  (Oktober 2011)
ISBN: 978-3548283683
Erster Satz:

„Als der Fremde mit seinem Maultier das Hochtal erreichte, lag in der Luft schon der Geruch des ersten Schnees.“

Inhalt:

Irgendwo in den Alpen, Ende des 19. Jahrhunderts: Ein fremder Reiter erreicht ein abgeschiedenes Hochtal. Das hier gelegene Dorf und seine Bewohner, weitgehend abgeschottet von der übrigen Welt, bilden eine verschlossene Welt mit eigenen Regeln und dunklen Geheimnissen.

Greider, der junge Fremde, wird nur mit Argwohn in die Gemeinschaft aufgenommen, darf dank guter Bezahlung aber über den Winter im Dorf bleiben, um Bilder zu malen, wie er sagt. Tatsächlich aber gibt es einen ganz anderen Grund, der ihn an diesen Ort führt, und die Geschehnisse dieses Winters werden seine wahren Absichten und die dunklen Geheimnisse des Tals offenbaren.

Meine Meinung:

Zunächst ist es Thomas Willmanns leicht antiquierte, beinahe urtümlich anmutende Sprache, die mich in diesem Roman fasziniert haben. Zusammen mit der spärlichen, von Mundart gefärbten wörtlichen Rede ergibt sich ein ganz eigener, unverwechselbarer Ton, der dem besonderen Charakter der Geschichte nicht besser hätte entsprechen können und der mich durchweg begeistert hat.

Nach einem gemächlichen Einstieg, der den den Leser glauben macht, über das raue Leben der Menschen in den abgeschiedenen Alpendörfern vor etwa hundert Jahren zu lesen, streut Willmann nach und nach merkwürdige Andeutungen, die das Geschehen bald zu einem Kriminalroman und schließlich zu einem atemlosen Thriller wachsen lassen. Der Showdown ist gnadenlos und voller Wucht; spätestens hier fühlt man sich in das unausweichliche Finale eines geschickt konstruierten Westerns versetzt. Und das Beste: die Rechnung geht auf, Alpenroman und Western lassen sich vereinen: „Das finstere Tal“ ist eine ungeheuer spannende Mischung aus Heimatroman und Italo-Western, aus Ludwig Ganghofer und Sergio Leone – zwei Helden Willmanns, die für diese Geschichte inoffiziell Pate gestanden haben.

Fazit:

Eine Geschichte um Schuld und Vergeltung, ein dunkler Alpenroman mit Western-Thrill, hervorragend erzählt.

4.5_Kaffeetassen

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