{Jahresabschluss} Das war unser Lesejahr 2013

Jahresabschlus2013
Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat? (und Begründung)

Campbell, StromschnellenKeeweekat: Das war zum Einen Stromschnellen von Bonnie Jo Campbell. Ich bin irgendwie am Thema „Mädchen schlägt sich allein durch die Wildnis à la Huck Finn“ hängen geblieben, habe aber nichts besonders Tiefgreifendes erwartet. Überrascht wurde ich von einer unheimlich dicht erzählten, bildgewaltigen Geschichte mit einer unvergesslichen Heldin. Ein durch und durch brillianter Roman und für mich ein absolutes Lieblingsbuch 2013.  

Waldman, Der amerikanische ArchitektDer amerikanische Architekt von Amy Waldman wurde vom Verlag zwar glühend gepriesen, außerdem war er Nr.-1-Bestseller in den USA, aber trotzdem habe ich das Buch eher mit vorsichtigem Interesse in die Hand genommen. Waldmans Roman jedoch hat mich gefesselt wie kaum ein anderes in diesem Jahr. Mit einer außergewöhnlichen Prämisse, als Spiegel der amerikanischen Gesellschaft und mit dem Kunststück der Autorin, niemals Partei zu ergreifen und den Leser vor die spannende Aufgabe zu stellen, eigene Antworten zu finden, seine eigene Meinung zu hinterfragen. Ganz große Literatur!

IBryson, Eine kurze Geschichte der alltäglichen Dingech hatte auch keine Ahnung, wie viel Spaß ich mit Bill Brysons Eine kurze Geschichte der alltäglichen Dinge haben würde – 780 Seiten ungehemmte, diebische Lesefreude auf einer erstaunlichen Reise durch das Alltagsleben der Menschen im 17. bis 19. Jahrhundert. Am Ende hätte ich am liebsten noch mal von vorn begonnen. Das muss ihm erst mal jemand nachmachen.

ein ganzes halbes jahrSatscho: Von den meisten Büchern, die mir dieses Jahr außerordentlich gut gefallen haben, hatte ich von Anfang an auch hohe Ansprüche! Nur an eines bin ich relativ neutral herangetreten und wurde positiv überrascht. Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes hat mich schlichtweg vom Hocker gerissen. Voller Gefühl und doch sehr schlicht, hat es mich zum Lachen und Weinen und zum Nachdenken gebracht. Von Anfang bis Ende – und das bei dieser Dicke – einfach genial!

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat? (und Begründung)

Zurueck nach Hollyhill von Alexandra PilzKeeweekat: Mit dem Zeitreiseroman Zurück nach Hollyhill von Alexandra Pilz hatte ich (wie vom Verlag beabsichtigt) etwas  ähnlich Unterhaltsames erwartet wie „Rubinrot“,  bekommen habe ich aber leider ein schlecht durchdachtes Parrett, Jenseits der UntiefenDebüt mit eindimensionalen Charakteren.

Jenseits der Untiefen von Favel Parrett wurde von den internationalen Feuilletons in den Himmel gelobt; es klang nach einem außergewöhnlichen Debüt und zudem interessierte mich das tasmanische Setting. Leider bin ich mit dem Roman überhaupt nicht warm geworden. Es hat mir deutlich an Tiefe und Glaubwürdigkeit gefehlt.

BreatheSatscho: Da ich sehr gerne Dystopien lese, habe ich mich auf Breathe – Gefangen unter Glas von Sarah Crossan sehr gefreut. Die Idee von einer Stadt unter einer Glaskuppel, in der Sauerstoff für die weniger Priviligierten eine knappe Ware ist hat mich neugierig gemacht und auch das Cover hat mich sehr angesprochen. Leider hat das Buch so gar nicht gehalten, was es versprach. Nervige Charaktere und und eine oberflächliche Story habe ich in Erinnerung behalten.Das Festmahl des John Saturnall

Das Festmahl des John Saturnall von Larence Norfolk war zwar ganz nett, aber an dieses Buch hatte ich wirklich sehr hohe Erwartungen. Dicke und Aufmachung und die geheimnisvolle Inhaltsangabe haben mich ein grandioses Leseerlebnis erwarten lassen. Bei der Geschichte des John Saturnall, den man durch seine Kindheit und Jugend bis zum Erwachsenenalter begleitet, kommt leider allzu oft Langeweile und Verwirrung auf und viele Fragen werden einfach nicht beantwortet.

Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?

Keeweekat: Cormac McCarthy! „Die Straße“ hat mich umgehauen und ist direkt zu einem meiner neuen Lieblingsbücher geworden. McCarthys Sprache ist einzigartig und suchterzeugend – nach „Draußen im Dunkel“ werde ich mich auf alle Fälle weiter durch McCarthys Werk lesen. Außerdem habe ich mir fest vorgenommen, auch die nächsten Bücher von den Debütautorinnen Amy Waldman („Der amerikanische Architekt“) und Helene Wecker („Golem und Dschinn“) zu lesen, die mich beide begeistert haben.

Satscho: Jojo Moyes! Mit „Ein ganzes halbes Jahr“ hat sie mich neugierig auf mehr von ihr gemacht. Ihr schlichter Schreibstil, der alles genau auf den Punkt bringt und Gefühle völlig ohne Kitsch herüber bringen kann, hat mich sehr begeistert. Was sie schreibt, klingt einfach „echt“. „Eine handvoll Worte“ liegt bereits in meinem Bücherregal und wartet darauf gelesen zu werden. 

Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?

Miller, Friedhof der UnschuldigenParrett, Jenseits der UntiefenRodkey, Dreckswetter und MorgenröteKeeweekat: Friedhof der Unschuldigen von Andrew Miller: mit der grünen und goldenen Farbe auf rauem Grund schön retro und gleichzeitig pfiffig – sehr atmosphärisch. Das Buch war nicht meins, aber das Cover von Jenseits der Untiefen übt einen unbeschreiblichen Sog auf mich aus. Genial und mutig finde ich außerdem das deutsche Cover von Dreckswetter und Morgenröte von Geoff Rodkey.

ein ganzes halbes jahrDas-Licht-zwischen-den-MeerenBabendererde, IsegrimDas Festmahl des John Saturnall

Satscho: Wie man sieht haben mich dieses Jahr vor allem die schwarz – weißen Cover überzeugt. Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes hat mich mit der Verspieltheit des Covers eingefangen. Isegrim von Antje Babendererde und Das Festmahl des John Saturnall von Lawrence Norfolk punkten bei mir mit ihren floralen Elementen. Und bei Das Licht zwischen den Meeren von M. L. Stedman gefällt mir das Zusammenspiel des wunderschönen blauen Himmels mit der Zeichnung im unteren Teil.

Welches Buch wollt ihr unbedingt in 2014 lesen und warum?

Keeweekat: Wie immer warte ich schon sehnsüchtig auf das nächste Buch von Antje Babendererde, obwohl noch nicht einmal raus ist, wann es erscheint. Aber es soll wieder ein Buch mit Thrillerelementen sein, das in Thüringen spielt: Lieblingsautorin plus meine Heimat als Handlungsort ist mehr als Pflicht!🙂 Auch das nächste Jugendbuch von Antonia Michaelis, das für Herbst 2014 angekündigt ist, muss auf jeden Fall gelesen werden – die Frau schreibt einfach auf durchgeknallte, magisch-realistische Weise gut.Die Bestimmung - Letzte Entscheidung von Veronica Roth

Satscho: Mit dem sehnsüchtigen Warten auf das nächste Buch von Antje Babendererde schließe ich mich wie jedes Jahr gerne an. Außerdem freue ich mich auf den für März angekündigten dritten Teil der Dystopie – Reihe von Veronica Roth, den Keeweekat schon auf Englisch gelesen hat: Die Bestimmung – Letzte Entscheidung.

2 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. buzzaldrinsblog
    Dez 31, 2013 @ 12:36:01

    Schön, dass hier „Stromschnellen“ erwähnt wird – das Buch habe ich sehr gerne gelesen.🙂

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: