[Rezension] Veronica Roth – Allegiant

Roth, AllegiantAutor: Veronica Roth

Titel: Allegiant

Deutscher Titel:

Hardcover: 526 Seiten
Verlag: Katherine Tegen Books
Sprache: Englisch
ISBN: 978-0062024060

Erster Satz:

„I pace in our cell in Erudite headquarters, her words echoing in my mind: My name will be Edith Prior, and there is much I am happy to forget.

Inhalt:

Die frühere, in Fraktionen gespaltene Gesellschaft existiert nicht mehr. Die alte Ardnung, die Tris ihr Leben lang kannte, ist einer neuen Machtverteilung gewichen: Die Fraktionslosen, unter der Führung Evelyn Johnsons, haben die Oberhand über die Stadt gewonnen, bereit, sich für ihre seit Generationen anhaltende Unterdrückung zu rächen. Doch eine kleine Gruppe Widerständler, die das alte System zurückbringen wollen, machen sich zum Gegenschlag bereit: die Allegiant, denen sich auch Tris und Tobias anschließen – wenn auch aus anderen Motiven, als den Anführern der Gruppe bewusst ist. Mit ihrer Hilfe gelingt es den beiden in Begleitung von Christina, Uriah, Caleb, Peter und einigen anderen, die abgeschottete Stadt zu verlassen auf der Suche nach den Menschen, die sie zu ihrem „Experiment“ gemacht haben.

Die Welt außerhalb der nunmehr im Krieg befindlichen Stadt ist anders, als Tris erwartet hat – und sie muss feststellen, dass diese neue Realität Erschreckendes bereithält. Antworten, die sie glaubte, endlich gefunden zu haben, stellen sich als bedeutungslos heraus, gerade entdeckte Wahrheiten entpuppen sich als Lügen – und bald stehen nicht nur sie und Tobias vor unmöglichen Entscheidungen, die alles von ihnen fordern werden.

Meine Meinung:

!Keine Spoiler in dieser Rezension!

Hier ist er also, nach Divergent und Isurgent endlich der finale Teil von Veronica Roth’s neue Maßstäbe setzenden dystopischen Trilogie. Gerade einmal einunzwanzig war sie, als sie das erste Buch schrieb, mit vierundzwanzig beendete sie „Allegiant“. Eine unglaubliche Leistung, vor allem, was ihre reife, ausgefeilte Sprache angeht, die außerordentlich komplexen und durch und durch menschlichen Figuren und den intelligenten und bis ins Detail ausgetüftelten Plot, der sich breitgefächert, unvorhersehbar und dabei beeindruckend souverän durch alle drei Bände zieht. Ganz abgesehen von der philosophische Tiefe, die diese Bücher erreichen. Wenn diese Trilogie gerade erst den Beginn der Karriere der soeben 25 gewordenen Autorin ist, kann man mehr als gespannt sein, was da noch folgen mag. Chapeau, Ms. Roth!

Aber zurück zu „Allegiant“, über dessen Inhalt ich an dieser Stelle nichts, aber auch gar nichts weiter verraten werde, weil im Internet schon genug gespoilert wurde und es leider Gottes wohl kaum noch einen Leser (der englischen Titel) gibt, der sich die Vorfreude noch nicht verderben lassen hat von Leuten, die es einfach nicht lassen können zu verraten, wie die Serie endet. Weil wir offenbar in einer Zeit leben, wo es keinen Respekt mehr unter den Lesern gibt und man den anderen das „selber Entdecken“ nicht mehr gönnen will. Wie auch immer; die Meinungen zu „Allegiant“ sind zutiefst gespalten, was offenbar eher weniger mit der Qualität des Romans, als mit der Entwicklung der Geschichte zu tun hat. Viele Leser hätten sich einen anderen Handlungsverlauf gewünscht, also strafen sie das Buch mit einer miesen Bewertung ab, was natürlich unreif und uncool und absolut überflüssig ist.

Wenigstens habe ich hier die Möglichkeit, dieser Meinung voll und ganz zu widersprechen: „Allegiant“ hat all meine Erwartungen an den Abschlussband dieser großartigen Reihe übertroffen, ich war erstaunt, wie geschickt Veronica Roth Geheimnisse enthüllt und alle losen Enden verknüpft. Vor allem war es die unglaubliche Emotionalität des Buches, die mich gepackt und mehr denn je in die Gefühlswelt der Figuren hat eintauchen lassen. Leser der ersten beiden Bände können erahnen, mit welch hartem Tobak sich die Charaktere in diesem finalen Teil auseinandersetzen müssen, und „Allegiant“ toppt alles Vorangegangene um ein Vielfaches.

Neben jeder Menge actiongeladener Szenen sind es die politischen Überlegungen, Intrigen und Verhandlungen, die es besonders in sich haben. Die Probleme, denen sich die Menschen in „Allegiant“ stellen müssen, sind hässlich und beinahe unmöglich auf „moralisch richtigem“ Weg zu lösen, weil sich die Welt inzwischen in einen Ort verwandelt hat, der sich weit jenseits von Schwarz und Weiß befindet. Selbstlosigkeit und egoistisch getroffene Entscheidungen, Mut und Schwäche aus Feigheit liegen dicht beieiander. Eine Wahl, die getroffen wird, geht nicht selten ohne Opfer einher. Ebenso wie die Figuren fühlt sich der Leser gefangen in einem Labyrinth aus Anworten, von denen keine die richtige zu sein scheint. Wie trifft man die richtigen Entscheidungen? Wofür ist es wert, zu kämpfen? Wann muss man Opfer bringen? Roth’s Figuren müssen zum Erkennen dieser Wahrheiten – und ihrer eigenen Bestimmung – bis zum Äußersten gehen.

Fazit:

Das alles macht „Allegiant“ für mich zu einem mitreißenden, zutiefst berührenden, zum erwachsensten Teil der Reihe. Ein phänomenaler Abschluss einer der besten Trilogien der letzten Jahre.

5_Kaffeetassen

2 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Friedelchen
    Dez 05, 2013 @ 11:03:18

    Ich wurde ja leider auch fürchterlich gespoilert, wodurch ich erstmal die Lust auf das Buch verloren hatte. Mittlerweile bin ich aber doch wieder neugierig geworden und freue mich auf den Abschluss, auch wenn die Meinungen ja weit auseinandergehen🙂

    Antworten

    • keeweekat
      Dez 05, 2013 @ 15:07:36

      Hallo Friedelchen,
      ich glaube, wirklich jedem, der nur mal schnell die ersten Rezensionen überfliegen wollte, wurde auf diese Art der Spaß verdorben. Ich hab mich fürchterlich geärgert.😦
      Wie auch immer, ich finde alle Entwicklungen in „Allegiant“ richtig gut und (bis auf eben eine Ausnahme) überraschend. Ich kann verstehen, dass manche nicht ganz zufrieden waren, das Buch ist, wie schon gesagt, sehr viel erwachsener als die anderen beiden, es gibt viele Informationen zu verarbeiten, (obwohl ich, anders als andere, nicht von „Infodump“ reden würde), die Erzählperspektiven spalten sich in die von Tris und die von Tobias auf (ich war anfänglich kritisch, dann aber begeistert), und in der Beziehung der beiden läuft nicht alles eiapopaia, was einigen Lesern auch noch sauer aufgestoßen ist (und was bei mir wiederum richtig gut angekommen ist^^).
      Mit anderen Worten: Für mich war es der perfekte Abschluss, aber ich verstehe auch, dass es nicht alle so sehen.😉 Daher bin ich auch sehr gespannt auf deine Meinung!🙂

      Antworten

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