[Rezension] Noam Shpancer – Der glücklose Therapeut

der-gluecklose-therapeut-45440-1Titel: Der glücklose Therapeut

Autor: Noam Shpancer

Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Albrecht Knaus Verlag (September 2013)
ISBN: 978-3813505078

Erster Satz:

„Ich erinnere mich nicht mehr genau, wann mir klar wurde, dass Barry Long log.“

Inhalt:

David Winter ist Psychotherapeut mit der Spezialisierung auf Depressionen. Tagein, tagaus kommen Menschen mit Problemen zu ihm und erhoffen seine Hilfe. Doch auch ein Therapeut kann irgendwann an einen Punkt kommen, an dem nichts mehr funktioniert und er mit seinem Privatleben völlig überfordert ist…

Meine Meinung:

Ich war von diesem Buch leider sehr enttäuscht. Wo er mit Sprachstil und Ideenreichtum glänzt, versagt Shpancer auf voller Linie beim Ausschöpfen der Potenziale. Immer wieder bietet er eine gute Vorlage um eine spannende Geschichte zu entwickeln und kratzt dann nur ganz oberflächlich daran, bis er es wieder fallen lässt. Shpancer geht übetrhaupt nicht in die Tiefe, bringt keine Idee zu Ende und beendet ein Thema jedes Mal dann abrupt, wenn gerade Spannung aufkommen will.

Die Beziehung zwischen David und seiner Frau? Abgesehen von seinen Gedanken an sie wird das kaum beleuchet.

Sein Klient Barry Long? Man ist gespannt wie die ganze Sache nun ausgeht und sieht sich am Ende dann vor genau dem stehen, was man die ganze Zeit über erwartet hat und noch weniger.

Sein Faux-pas in Bezug auf den Verlobten seiner Tochter, der sogar im Klappentext erwähnt wird (!!)? Angekratzt und fallen gelassen.

Man quält sich ewig durch seine sich ständig wiederholenden Gedankengänge, liest sich geduldig durch die Monologe seines Freundes Helprin (der allerdings wenigstens mal ein interessanter Charakter war), schafft es schließlich die ganze Urlaubsgeschichte durchzulesen um am Ende rauszufinden, dass es das schon gewesen ist. Das es kein zufriedenstellendes Ende gibt. Dass man umsonst gespannt war. Dass all die Handlungsstränge, die man beispielsweise während des Urlaubs auf Eis gelegt sah, danach auch kaum wiederfinden konte.

Zu allem Überfluss hat es David Winter auch das ganze Buch über nicht geschafft, mir halbwegs symphatisch zu werden. Schade.

Fazit:

Lustiger Titel und ansprechendes Bild, der Rest hat mich arg enttäuscht. Ich kann das Buch beim besten Willen nicht weiterempfehlen, auch wenn ich das Buch des Sprachstils und der (leider nicht zufriedenstellend aufgelösten) Handlungsstränge tapfer bis zu Ende gelesen habe.

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