[Rezension] M. L. Stedman – Das Licht zwischen den Meeren

Das-Licht-zwischen-den-MeerenTitel: Das Licht zwischen den Meeren

Autor: M. L. Stedman

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: Limes Verlag (23. September 2013)
ISBN: 978-3809026198

Erster Satz:

“An dem Tag, als das Wunder geschah, kniete Isabel gerade an der Kante der Klippe und pflegte das neue Grab mit dem kleinen aus Treibholz gezimmerten Kreuz.”

Inhalt:

Der in sich gekehrte Leuchtturmwärter Tom und die fidele Isabel beginnen ein gemeinsames Leben auf der winzigen Insel Janus Rock, auf der es außer einem Leuchtturm nichts anderes gibt. Das junge Glück scheint perfekt, bis sich herausstellt, dass ihnen der Kinderwunsch unerfüllt bleibt. Als Isabel schon völlig verzweifelt ist, ereignet sich plötzlich ein Wunder: An den Strand von Janus Rock wird ein Boot mit einer Leiche und einem lebendem, gesunden Baby gespült. In ihrer Verzweiflung bringt Isabel Tom dazu, den Vorfall nicht zu melden und das Baby zu behalten. Während Izzy überglücklich ist, quälen Tom schreckliche Gewissensbisse und schon bald wird das Familienglück erneut getrübt.

Meine Meinung:

„Das Licht zwischen den Meeren“ ist ein unglaublich gefühlvoller Roman. Ich habe noch nie einen Roman gelesen, der so von Gefühlen getragen wird wie dieser. Der aus dem Krieg zurück gekehrte, mit Selbstvorwürfen und Schuldgefühlen gequälte Tom, der von Izzy langsam wieder zurück ins Leben geholt wird und schließlich durch seine aufkeimende Vaterliebe längst verborgene Emotionen wiederfindet. Die selbstbewusste, aktive Isabel, die nach ihren Fehlgeburten in völliger Verzweiflung versinkt und mit dem Auftauchen der kleinen Lucy wieder völlig aufblüht, nur um später erneut in Depressionen zu verfallen. Die kleine Lucy, die in völliger Isolation aufwächst, nur alle paar Jahre ihre Großeltern auf Landgang sieht und sich so vollkommen auf ihre Eltern fokussiert. Die Liebe zwischen Isabel und Tom, die schwere Prüfungen überstehen muss. Die Freundschaften zwischen Tom und den beiden Seeleuten, die regelmäßig mit dem Versorgungsschiff kommen. Die verzweifelte Mutter Lucys, die ihren Mann und ihr Kind verloren hat. Isabels Eltern, die zwei Söhne im Krieg verloren haben. Der Roman ist so emotionsgeladen, wie kein anderer. Zusammen mit dem relativ einfachen, aber sehr angenehmen Schreibstil ergibt sich eine sehr gute Mischung.

Die Charaktere und deren Entwicklungen haben mich sehr fasziniert. Sie wirkten weder alltäglich, noch weit hergeholt, sie waren in ihren Taten und Gesprächen stets authentisch und alle gewannen auf ihre Weise meine Sympathie und mein Verständnis.

Nachdem der Leser in der ersten Hälfte des Buches mit guter Stimmung und Hoffnung angefüttert wird, ist der zweite Teil sehr düster gehalten und lässt nur wenige Lichtblicke durchblitzen, was allerdings auch sehr realistisch ist.

Einziger richtiger Kritikpunkt ist, dass der Roman hin und wieder Durststrecken aufweist, in denen man ruhig ein bisschen mehr hätte kürzen können. Es wird nie richtig langweilig, aber hin und wieder doch langatmig.

Fazit:

Wer auch ohne viel Action auskommt und Wert auf große Gefühle legt, ist mit diesem Buch gut beraten. Es hat mir viel Spaß bereitet und mich mit seiner Traurigkeit auf bittersüße Weise berührt.

4_Kaffeetassen

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: