[Rezension] Geoff Rodkey – Dreckswetter und Morgenröte

Rodkey, Dreckswetter und MorgenröteTitel: Dreckswetter und Morgenröte – Die Legenden der Blauen Meere 1

Autor: Geoff Rodkey

Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: Carlsen (Oktober 2013)
ISBN: 978-3551556417

Erster Satz:

„Außer den Piraten und uns lebte niemand auf Dreckswetter.“

Inhalt:

Egbert hat es nicht leicht: mit seinen Geschwistern Venus und Adonis, die ihn von früh bis spät tyrannisieren, und seinem bärbeißigen Vater lebt er auf der Insel Dreckswetter. Hier gibt es nichts als Hitze, Staub, einen Vulkan und die Stinkfruchtplantage, die sein Vater betreibt und auf der ein Haufen Piraten arbeitet, die für die Arbeit auf See das ein oder andere Gliedmaß zu viel verloren haben.

Als sein Vater ihn und seine Geschwister völlig unverhofft auf die schöne und reiche Nachbarinsel Morgenröte mitnimmt, ahnt Egbert, dass er auf irgendein Geheimnis von großer Bedeutung gestoßen ist. Kaum auf Morgenröte gelandet, laufen sie dem charmanten Geschäftsmann Roger Pembroke in die Arme, der sie großzügig als Gäste in seinem Anwesen aufnimmt. Als dieser jedoch eine eigens für sie arrangierte Ballonfahrt sabotiert, bei der sein Vater und seine Geschwister verschwinden, ist Egbert klar, dass er seines Lebens nicht mehr sicher ist.

Auf der Flucht vor Pembroke und als blinder Passagier eines Schiffes gerät er auch noch mitten in einen Piratenüberfall. Der Schiffsjunge Guts, der sich einen Kampf auf Leben und Tod mit ihm liefern soll, wird dabei überraschend zu seinem engsten Verbündeten. Die beiden beschließen, Pembroke, der auf Dreckswetter den uralten Schatz des Feuerkönigs Hutmatozal vermutet, zuvor zu kommen. Unverhofft stößt plötzlich die eigensinnige Millicent zu ihnen, Pembrokes Tochter, in die Egg heimlich verliebt ist. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt …

Meine Meinung:

„Dreckswetter und Morgenröte“ hat mich schon wegen seines außergewöhnlichen Covers neugierig gemacht, bei dem mir sofort die Assoziationen „Piraten! Schatz! Abenteuer!“ durch den Kopf schossen – was auch voll und ganz zutrifft.

Debütautor Geoff Rodkey erzählt in diesem Auftakt seiner dreibändigen Serie ein zunächst klassisch anmutendes Abenteuer, das aber mit dem ein oder anderen Twist und ganz eigenen Elementen aufwarten kann. So gibt es alles, was man von einem Piratenabenteuer erwartet (Schiffe, Schlachten, Holzbeine, Augenklappen, einsame Inseln, stürmische See, Flauten, eine verschlüsselte Karte, einen sagenhaften Schatz), aber auch sehr viel neues (Piraten, die als Haushälter und Obstpflücker arbeiten; ein Passagierschiff mit reichen „Touristen“, die als Inselhopper nach Morgenröte kommen; eine Insel, auf der ausschließlich Schweine gezüchtet werden und noch vieles mehr).

Rodkey hat auch deswegen viel Spielraum, weil er seine ganz persönliche Welt erschafft. Vieles erinnert mit seiner nautischen Sprache und Worten wie Kolonie, Gouverneur, Eingeborene und „Neue Länder“ an eine Zeit vor etwa zweihundert, dreihundert Jahren, wie wir sie kennen, doch Rodkey erfindet seine eigenen Völker, Länder und Sprachen. Die Welt der „Blauen Meere“ wirkt gleichzeitig alt und modern, was perfekt zur Geschichte zum Erzählton passt.

Bleiben noch die Charaktere. Egg ist eine durch und durch sympathische Hauptfigur mit Herz und Verstand und unheimlich großem Identifikationspotenzial. Er bildet ein gutes Gegenstück zur eigensinnigen und manchmal etwas blauäugigen Millicent und dem stets furchtlosen Guts, der lieber draufhaut und dann nachfragt. Ein vielfältiges Dreiergespann, dem man gern in jedes Abenteuer folgt. Die Figuren sind es, mit denen Rodkey vor allem auftrumpft: Er lässt sie Fehler machen, herumalbern und naiv sein, sich entwickeln und an ihren Aufgaben wachsen, Dinge tun, die sie von sich selbst nie erwartet hätten. Kurzum, Rokey nimmt seine Figuren ernst. Das ist es, was die spannende Abenteuergeschichte im Kern zusammenhält und einen auf das nächste Buch hinfiebern lässt, in dem Eggs Reise fortgesetzt wird.

Mein einziger Kritikpunkt an diesem ansonsten herausragenden Jugendbuch ist, dass ich am Anfang etwas brauchte, um mich in der Geschichte zurechtzufinden, ein paar Beschreibungen hätten außerdem etwas bildlicher sein können. Das sind aber kleine Anmerkungen, die meinem Spaß beim Lesen keinen Abbruch getan haben.

Fazit:

Der aufregende Beginn einer dreiteiligen Abenteuerserie alter Schule, aber mit neuem Twist. Den Leser erwarten eine verzwickte Schatzsuche, eine gefahrenvolle Reise zu Land und auf dem Meer, eine unverwüstliche Freundschaft, Piraten, Schiffe, Kämpfe, Verrat, Loyalität, Rache – und das alles nicht nur erfindungsreich und spannend, sondern auch noch mit einer scharfen Prise frischem Humor gewürzt. Ein uneingeschränkter Tipp von mir! Empfohlen ab 12.

4.5_Kaffeetassen

4 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Friedelchen
    Sep 30, 2013 @ 12:48:04

    Echt immer wieder spannend, was ihr so für Bücher vorstellt🙂 Beim Cover dachte ich erst an irgendwelchen Horrortrash. Gut dass ich an der Beschreibung hängengeblieben bin. Das Buch klingt nämlich richtig interessant, also danke für den Tipp🙂

    Antworten

  2. keeweekat
    Sep 30, 2013 @ 15:33:14

    Hihi … der Autor selbst meinte auf seinem Blog, das deutsche Cover könne genauso gut auch das Cover eines nordischen Death Metal Albums sein.^^ Ich finde es genial, es ist mutig und ungewöhnlich, sticht absolut aus der Masse, das Design und die Farben sind grandios und ich bin absolut sicher, dass die Zielgruppe (12-16jährige, vor allem Jungs) davon angesprochen werden.

    Ja, ich hab auch noch nicht ganz raus, nach welchem Schema wir hier unsere Bücher auswählen. Die Genres und Altersklassen sind ja doch recht abenteuerlich durchmischt.^^

    Antworten

  3. Trackback: Why I Love The Germans » The official web site of Geoff Rodkey
  4. Chiara Hoffmann
    Mai 26, 2014 @ 12:45:21

    Ist scheiß langweilig zum abficken übrigens wollen wir bumsen ich will deinen Pimmel spüren. Ahhsch

    Antworten

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