[Rezension] Kristin Halbrook – Die Geschichte von Zoe und Will

Die Geschichte von Zoe und WillTitel: Die Geschichte von Zoe und Will

Autor: Kristin Halbrook

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (22. Juli 2013)
ISBN: 978-3453268746

Erster Satz:

“Er düst in seinem Camaro die Straße entlang, schlingert nach links und rechts über die kürzlich frisch aufgeschüttete Schotterstraße und kommt schlitternd vor meinem Haus zum Stehen.“

Inhalt:

Zoe und Will brennen gemeinsam durch und lassen ihre verkorksten Leben hinter sich. Zoe, die von ihrem Vater im Suff verprügelt wird und ihm ansonsten herzlich egal ist; Will, der seit seiner Kindheit von einer Familie zur nächsten, von einem Heim zum nächsten gereicht wird. Sobald Will 18 Jahre alt geworden ist, flieht er mit seinem Auto aus der kleinen Stadt in North Dakota. Die 15-jährige Zoe, seine große Liebe, nimmt er samt gefälschtem Ausweis mit. Ein Road Trip voller großer Gefühle, Ängste und unvorhergesehener Ereignisse beginnt. Schon bald stehen Zoe und Will vor der Frage, ob ihre Liebe wirklich genug ist.

Meine Meinung:

Es fiel mir sehr schwer, mir von Kristin Halbrooks Debüt „Die Geschichte von Zoe und Will“ eine klare Meinung zu bilden. Ich habe zwischen 3 und 4 Kaffeetassen geschwankt und mich schließlich zu 4 Tassen durchgerungen, weil ich das Buch so schnell durchgelesen habe.

Die Geschichte ist ein typischer Road Trip. Während Zoe und Will mit dem alten Camaro durch die USA fahren erfährt man Stück für Stück mehr über die Vergangenheit der beiden im Einzelnen und auch über ihre gemeinsame Vergangenheit. All die schlimmen Ereignisse ihres Lebens, die Ängste und Träume, die die beiden entwickelt haben und die starken Gefühle, die sie füreinander hegen. Abwechselnd berichten Sie aus ihrer jeweiligen Perspektive und dabei werden Unterschiede und auch Gemeinsamkeiten gut sichtbar.

Halbrook gelingt es gut, die Gefühle der beiden zu beleuchten. Es wirkt nicht aufgesetzt, wie sie immer wieder Ereignisse in die Handlung einbaut, die die Emotionen hochkochen und ausbrechen lassen. Leider steht jedoch im absoluten Mittelpunkt des Romans die unsterbliche Liebe der beiden Teenager. Sie lieben sich so sehr, dass es nicht nur den beiden, sondern auch dem Leser weh tut. Ich habe wirklich nichts gegen Romantik, ganz im Gegenteil, doch Halbrook übertreibt so sehr, dass ganze Passagen in den absoluten Kitsch abdriften. Wann sagt einem ein 18-jähriger, gewalttätiger Jugendlicher schon mal „Du schmeckst wie ein Regenbogen“? Die beiden versprechen sich so übertrieben oft, sich gegenseitig für immer glücklich zu machen und zum Lächeln zu bringen und sich von ihren Leiden zu heilen, dass es dem Leser zwangsläufig irgendwann zu viel werden muss.

Der Schreibstil von Halbrook überzeugt trotz all des Kitschees mit seinem enormen Lesefluss und auch die Spannung hält sich das ganze Buch über und nimmt zum Ende hin richtig an Fahrt zu.

Fazit:

Eine schnelle Lektüre für Zwischendurch, die zwar emotionale Tiefe, aber leider viel zu viel Kitsch an den Tag legt. Ich würde das Buch nicht weiterempfehlen, aber es hat mich gut unterhalten.

4_Kaffeetassen

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