[Rezension] Lena Muchina – Lenas Tagebuch

Lenas Tagebuch - MuchinaAutor: Lena Muchina

Titel: Lenas Tagebuch

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Graf Verlag (8. März 2013)
ISBN: 978-3862200368

Erster Satz:

„1941, Heute, 22. Mai

Ich bin um fünf Uhr früh ins Bett gegangen, habe die ganze Nacht Literatur gelernt.“

Inhalt:

Das 16-jährige Mädchen Lena Muchina, lebte während der großen Leningrader Blockade 1941 – 1944 in der besetzten und unterversorgten Stadt und schrieb fast täglich ihren Tagesverlauf, ihre Gedanken, Ängste und Wünsche in ihr Tagebuch.

Meine Meinung:

Erst viele Jahre nachdem Lena Muchina ihr Tagebuch geschrieben hatte, wurde es in einem sowjetischen Archiv wiedergefunden. Nach einigen Recherchen wurde es schließlich an einen Verlag weitergegeben und dank der gleichnamigen Übersetzerin Lena Gorlik können auch wir dieses historische Tagebuch jetz lesen.

Lenas Tagebuch hat mich sehr beeindruckt. Anfangs noch völlig vom Schulalltag, ihrer Freundin und der ersten Liebe eingenommen, verlor Lena nach und nach immer mehr von ihrer naiven, kindlichen Art zu Schreiben. Das Tagebuch wurde ein Kriegstagebuch, in das sie jeden Tag die Fliegeralarme, die Beschüsse, die harte Arbeit und vor allem den Hunger eintrug. Die Besetzung Leningrads zeichnete sich vor allem durch den Hunger und die Kälte ab, die über 800 000 Menschen Leningrads das Leben gekostet hat. In dem informativen Nachwort erfährt man, dass es sogar das ausgemachte Ziel der Deutschen war, die Bevölkerung verhungern zu lassen. Kein Wunder, dass das Beschaffen von Nahrung und der elende, quälende Hunger, sowie die systematische Unterernährung Lenas Hauptthemen waren.

Lena, die ihre jugendliche Art bereits in den ersten Kriegsmonaten fast vollkommen einbüßte, zeichnete sich durch eine recht kühle Art zu Schreiben und ihre konsequente Ehrlichkeit aus. Sie schmiedet Pläne, verwirft sie, hofft und bangt und versinkt manchmal auch in ihrer Trauer und Angst. Mich hat ihr Text zutiefest bewegt und mir ein Stück grauenvolle Geschichte offenbart.

Fazit:

Der Vergleich zu Anne Frank ist, meiner Meinung nach, nicht zu weit hergeholt. Ich kann dieses Buch nur jedem weiterempfehlen.

5_Kaffeetassen

2 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Friedelchen
    Aug 14, 2013 @ 12:45:25

    Das erinnert mich ein wenig an „Die Liebenden von Leningrad“, welches zur selben Zeit spielt. Auch da fand ich schlimm, wie der ständige Hunger und die Kälte geschildert wird. Aber umso schlimmer, wenn man weiß, dass die Geschichte echt und nicht nur erdacht ist. Eine echt fürchterliche Periode der Weltgeschichte😦
    Danke für den Tipp, das Buch werde ich mir merken.

    Antworten

    • satscho
      Aug 14, 2013 @ 12:55:21

      Hallo Friedelchen! Ja.. das macht einem ganz schön zu schaffen😦 Ich denke mit dem Buch kannst du wirklich nichts falsch machen. Nur besonders fröhlich wird man davon eben nicht.

      Antworten

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