[Rezension] Richard Mason – Die geheimen Talente des Piet Barol

Mason, Die geheimen Talente des Piet BarolTitel: Die geheimen Talente des Piet Barol

Autor: Richard Mason

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann März 2013)
ISBN: 978-3570101360

Erster Satz:

„Die Abenteuer seiner Jugend hatten Piet Barol gelehrt, dass die meisten Frauen und viele Männer ihn über die Maßen attraktiv fanden.“

Inhalt:

Als Piet Barol 1907 nach Amsterdam kommt, besitzt er nicht viel mehr als seinen ihm anerzogenen Charme, einen scharfen Verstand und sein unverschämt gutes Aussehen. Trotzdem gelingt es ihm, eine Anstellung als Hauslehrer bei der Familie Vermeulen-Sickert zu bekommen, einer der vornehmsten Familien der Stadt. Dort soll er sich des jungen Egbert annehmen, einem hochbegabten, aber schwierigen Jungen, der seit Jahren das Haus nicht mehr verlassen hat.

Piets größte Herausforderung findet er aber in Jacobina, der Frau des Hausherrn, die sehr bald ihr Interesse führ ihn entdeckt und der er mit aller Kraft widerstehen muss …

Meine Meinung:

Mit leichter Feder entwirft Richard Mason das Bild eines unwiderstehlichen Charmeurs und Genießers, der nur nach seinen Gelüsten und deren Befriedigung lebt und es versteht, selbst den prekärsten Situationen elegant zu entschlüpfen und auch noch zu seinem Vorteil zu nutzen. Und obwohl er stets eigennützig handelt, ist es Piets unverschämtes Glück, das auf dem ein oder anderen Weg auch auf die Menschen in seinem Umfeld abfärbt, weshalb ihm niemand seinen rauschhaften Lebensstil auf Dauer übelnehmen kann.

Das alles wird erzählt vor der prächtigen Kulisse der Amsterdamer Oberschicht in der Zeit der Belle Époque, erzählt in schwärmerischer und zugleich raffiniert ironischer Sprache. Das Flair jener überschwänglichen Zeit überzeugt ebenso wie die schillernde und mit Detailreichtum gefüllte Atmosphäre.

So entspinnt sich ein lustvoller Roman voller eindrucksvoller Charaktere und deren verschiedentlicher Suche nach dem ganz persönlichen Glück, gewürzt mit einer kräftig erotischen Note.

Fazit:

Schwärmerisch-erotischer Schelmenroman im Amsterdam der Belle Époque, der auf leichtem Fuß und mit ironisch-frechem Unterton daherkommt. Für mich persönlich bei einigen pikanten Szenen vielleicht ein wenig zu derb im Ausdruck und etwas weniger Focus  auf der besonderen Beziehung zwischen Piet und seinem Schüler Egbert als ich mir gewünscht hätte, daher eine halbe Kaffeetasse Abzug für einen ansonsten sehr unterhaltsamen Schmöker.

4.5_Kaffeetassen

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