[Rezension] Sarah Crossan – Breathe

BreatheAutor: Sarah Crossan

Titel: Breathe – Gefangen unter Glas

Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (März 2013)
ISBN: 978-3423760690

Erster Satz:

“Atmen ist ein Grundrecht, kein Privileg.”

Inhalt:

Nach dem großen Switch leben die Menschen unter einer riesigen Glaskuppel, in die künstlich erzeugter Sauerstoff gepumpt wird. Außerhalb der Kuppel gibt es nur alte, zerfallene Städte aus der Zeit vor dem Switch, Ausgestoßene und die Rebellen. Die Freunde Quinn und Bea machen einen Ausflug in die Ödnis, mit Sauerstoffflaschen ausgerüstet und treffen auf die Rebellin Alina, die ihr Schicksal in völlig andere Bahnen lenkt.

Meine Meinung:

„Breathe – Gefangen unter Glas“ basiert auf einer wirklich guten, wenn auch nicht ganz neuen, Grundidee. Nachdem auf dem Planeten alle Pflanzen ausgestorben sind und die Natur keinen Sauerstoff mehr produzieren konnte, kann man nur noch in riesigen Kuppeln leben. Dort wird man von der Firma „Breathe“ mit künstlich hergestelltem Sauerstoff versorgt. Das ist dann auch so ziemlich alles, was man über Breathe, die Kuppel und den künstlichen Sauerstoff erfährt. Man tappt als Leser völlig im Dunkeln, es werden so gut wie keine Fragen beantwortet. Besonders traurig ist das, weil sich Crossan in der Danksagung für die Hilfe im wissenschaftlichen Bereich bedankt. Die große Frage ist hier, wobei sie Hilfe in diesem Gebiet brauchte. Wurden die Stellen alle rausgekürzt?

Viel schlimmer sind allerdings die Charaktere. Der Roman wird abwechseln aus der Sicht der drei Hauptcharaktere Quinn, Bea und Alina erzählt.

Quinn ist ein Premium, dem aufgrund seines Status‘ als privilegierter Bürger und durch seinen Vater, der ein hohes Tier bei Breathe ist, alles zufliegt. Seit Jahren ist er mit Bea befreundet, die als Second keinerlei Vergünstigungen genießen kann. Bea ist unsterblich in Quinn verliebt und nachdem dieser anfangs noch recht cool beschrieben wird, verliert er im Laufe des Buches immer mehr an Attraktivität. Seine Gedanken, sein Handeln und vor allem, was er so von sich gibt, lassen ihn mit jedem weiteren Kapitel beschränkter und unbeholfener erscheinen. Die Dialoge sind teilweise wirklich lächerlich, sobald er involviert ist. So oft habe ich mir an den Kopf gegriffen, wenn seine Gedanken geschildert wurden.

Bea, die Second, besteht in ihrem Wesen fast grundsätzlich aus ihrer Liebe zu Quinn, die wie bereits erwähnt, immer schwerer nachvollziehbar wird. Während des ganzen Buches ist sie durchweg gütig und liebenswürdig (die einzigen nicht liebenswürdigen Gedanken beziehen sich auf ihre Eifersucht Alina gegenüber, womit wir wieder bei der Liebe zu Quinn wären) und irgendwann beginnt einem dieser „Engel“ wirklich auf die Nerven zu fallen.

Alina, die Rebellin, ist die Figur, die einem am wenigsten nervt, aber auch hier fragt man sich irgendwann, ob sie auch noch über andere Dinge, als die Rebellion nachdenken kann. Jede Figur beschränkt sich nur einen bestimmten Aspekt, keine ist dreidimensional, keine ist greifbar. Über niemanden erfahren wir mehr, als unbedingt nötig und die Schreibstile zwischen den Dreien unterscheiden sich fast gar nicht.

Aber nicht nur die Hauptcharaktere haben mir zu schaffen gemacht. Da wären noch der allzeit sturzbetrunkene Präsident, der sich außer durch seine Alkoholsucht nur noch durch sein Lachen „Ha“ auszeichnet. Und die Rebellenführerin Petra, eine herrische Ökotante, die gegenüber ihrer sogenannten „Familie“ gerne Gewalt anwendet und eigentlich kontinuierlich schreit. Als Sahnehäubchen bleibt dann noch die 9-jährige Jazz, die immer an Petras Seite ist, selbst herumherrscht, wie eine ganz Große und sogar (um Quinn und Bea glaubhaft wie Flüchtlinge aussehen zu lassen) zuschlägt und kratzt und schmerzende Wunden hinterlässt. Was für eine 9-Jährige!

Was die Spannung angeht, hat, meiner Meinung nach, Crossan noch am meisten geleistet. Doch wenn man ein Buch nicht gerne liest, dann rettet auch die Spannung nicht mehr viel. Zumal die meisten Geschehnisse sehr vorhersehbar waren…

Fazit:

„Breathe“ ist für mich die bisher schlechteste Dystopie, die ich gelesen habe und keineswegs zu empfehlen. Da bereits in diesem ersten Teil das Potenzial kein bisschen ausgeschöpft wurde, kann ich mir gar nicht vorstellen, wie es im zweiten Teil weitergehen soll. Der Dreieckskonstellation fehlt jede Dynamik, da einem jeder einzelne auf die Nerven geht. Sehr schade!

1_Kaffeetasse

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