[Rezension] Yann Martel – Schiffbruch mit Tiger * Life of Pi

life-of-pi-Titel: Schiffbruch mit Tiger – Life of Pi

Autor: Yann Martel

Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch (Nov. 2012)
ISBN: 978-3596196982

Erster Satz:

„Dieses Buch ist entstanden, weil ich hungrig war.“

Inhalt:

Pi Patel ist der Sohn eines Zoobesitzers in Pondicherry, Indien. Er verlebt dort eine interessante Kindheit, in welcher er nicht nur aus eigenem Interesse zum Hindu wird, sondern auch zum Christ und zum Moslem. Als die Geschäfte seines Vaters sich zum Schlechten wenden beschließt die Familie nach Kanada auszuwandern. Die Tiere werden verkauft und einige davon reisen mit der Familie auf dem Schiff Tsimtsum in die neue Zukunft. Doch das Schiff sinkt mittem im Pazifik und für Pi beginnt eine abenteuerliche Reise in einem Rettungsboot. Gemeinsam mit einem Zebra, einer Hyäne, einem Orang-Utan und dem bengalischen Tiger Richard Parker.

Meine Meinung:

Das Buch beginnt damit, dass ein Autor nach Indien reist, um sich intensiv mit seinem neuen Roman beschäftigen zu können. Dort findet er jedoch keine Ideen für die geplante Geschichte, sondern einen freundlichen Inder, der ihm offenbart, wo er eine richtig gute Geschichte finden kann. Er schickt ihn nach Kanada, zu Pi Patel. Und dieser erzählt dem Autor seine unglaubliche Geschichte. Der Einstieg aus der Sicht des Autors und auch die weiteren kurzen Einschübe des Autors haben mir sehr gut gefallen.

Im ersten Teil des Buches beschreibt Pi seine Kindheit und seine Jugend und erzählt auch über das Leben nach der Reise, als er in Kanada studierte. Ich habe in verschiedenen Rezensionen gelesen, dass dieser Teil als sehr langweilig empfunden wurde und als unwesentlich, weil alle auf die eigentliche Geschichte, die Reise, warteten. Ich hingegen habe den ersten Teil als äußerst interessant empfunden. Es schildert wie außergewöhnlich das Leben des Pi bereits vor dem alles verändernden Unglück auf dem Pazifik gewesen ist. Er schildert in diesem Teil, wie er zu den verschiedenen Religionen gekommen ist und sein Verhältnis zu den Tierem im Zoo seines Vaters. Man lernt ihn und seine Sicht auf die Dinge kennen. Meiner Meinung nach ein gelungener Einstieg, den man keinesfalls hätte weglassen sollen.

Schließlich sinkt das Schiff und das unfreiwillige Abenteuer beginnt und nimmt bis fast zum Ende des Buches den größten Teil ein. Und in diesem Teil glänzt Yann Martel nicht nur mit Spannung, sondern vor allem mit schriftstellerischer Brillianz. Ganz zu Recht wird Yann Martels Erzählkunst in den Himmel gelobt. So faszinierend, wie er das Aussehen der Tiere, den Anblick des Meeres, des Himmels beschreibt, bekommt man das Gefühl, man hätte selbst niemals richtig hingeschaut. Mit dem Beschreiben der Gedankengänge von Pi werden einem neue Sichtweisen eröffnet, durch das Geschehen und die Erlebnisse der Horizont erweitert. Selten habe ich so an den Wörtern eines Autors gehangen, wie in diesem Buch.

Eine weitere Kritik, die ich gelesen habe, war die Brutalität, die sich im Buch immer wieder findet. Ich frage mich, was diese Leser erwartet haben, als sie ein Buch begannen, in dem ein Junge mit wildenen Tieren zusammen auf einem Rettungsboot gefangen ist. Es ist kein Kinderbuch und daher doch eher unwahrscheinlich, dass die Tiere irgendwann anfangen zu sprechen und sich alle lieb haben… Für Kinder ist „Life of Pi“ tatsächlich gar nicht geeignet. Wenn Martel Brutalität und Schrecken beschreibt, nimmt er kein Blatt vor den Mund, alles andere wäre auch nicht glaubhaft erschienen. Meiner Meinung nach hat er genau den Punkt getroffen, in dem man schockiert und erschüttert ist, ohne es zu übertreiben.

Fazit:

Dieses faszinierende Buch kann ich jedem, der etwas für Sprache und Spannung übrig hat, nur wärmstens empfehlen! Lest es und betrachtet die Welt durch Yann Martels Augen. Nur für Kinder ist es nicht geeignet.

5_Kaffeetassen

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