[Rezension] Jojo Moyes – Ein ganzes halbes Jahr

ein ganzes halbes jahrTitel: Ein ganzes halbes Jahr

Autor: Jojo Moyes

Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: rororo (21. März 2013)
ISBN: 978-3499267031

Erster Satz:

„Als er aus dem Bad kommt, ist sie wach, hat sich gegen das Kopfkissen gelehnt und blättert durch die Reiseprospekte, die neben seinem Bett gelegen haben.“

Inhalt:

Die 26-jährige Louisa Clark liebt ihren Job in dem kleinen Café in de Stadt. Als der Besitzer plötzlich seine Sachen packt und das Café dicht machen muss, weiß Lou nicht, was sie tun soll. Die Gespräche beim Jobcenter sind niederschmetternd, es will sich einfach nichts finden. Doch dann wird sie als Pflegekraft ohne jede Erfahrung oder Qualifikation an den C5/C6 – Tetraplegiker Will Traynor vermittelt, der im Rollstuhl sitzt und nicht einmal die Arme richtig bewegen kann. Dieser neue Job und der bevormundende, sture Will stellen Louisas Leben nach und nach immer mehr auf den Kopf.

Meine Meinung:

Als ich „Ein ganzes halbes Jahr“ in die Hand nahm, um es zu lesen, hatte ich keine großen Erwartungen. Umso erstaunter war ich, als ich Kapitel um Kapitel nur so verschlang, sodass es jetzt zu meinen absoluten Lieblingsbüchern zählen kann.

Jojo Moyes erzählt in diesem Roman eine wundervolle Liebesgeschichte. Sie erzählt völlig frei von jedem Kitsch und wunderbar ehrlich und realistisch. Unglaublich gefühlvoll erzählt Moyes von dieser sonderbaren, komplizierten Liebe zwischen Lou und Will.

Doch dieser Roman ist kein reiner Liebesroman. Viel mehr werden die so völlig verschiedenen Leben der beiden Hauptprotagonisten geschildert. Der launenhafte, griesgrämige Will, der nach einem Leben voller Bungee-Jumping, Extremsport und exotischen Reisen mit seinem neuen Leben überhaupt nicht zurecht kommt und niemanden an sich heranlassen will. Und Lou, die unentschlossene junge Frau mit dem extremen Kleidergeschmack, die noch nie aus England herausgekommen ist und sich vor jeglichen Veränderungen verschließt. Moyes beschreibt auf eine so berührende und nachdenklich stimmende Weise, wie sich beide Charaktere, aber vor allem der von Louisa im Laufe des halben Jahres ihrer Anstellung bei den Traynors, verändern.

Sehr gefesselt hat mich während des Lesens auch, dass ich so viel über Tetraplegiker und über Behinderte im Allgemeinen erfahren habe. Moyes vermittelt sehr viel Hintergrund- und Detailwissen über den medizinischen Aspekt mit all den Krankheiten, die bei Tetraplegikern so viel schlimmere Auswirkungen haben, als bei gesunden Menschen. Auch führt sie einen in die Gedanken- und Gefühlswelt und lässt den Leser über Dinge nachdenken, über die man normalerweise eher nicht grübeln würde. Die Beschreibung von Wills Alltag und seinen Gedanken haben mich tief berührt.

Und als ob ich sie noch nicht genug gelobt hätte, habe ich mich furchtbar in den Schreibstil von Jojo Moyes verliebt. Kein bisschen gestelzt, völlig nachvollziehbar, berührend, gefühlvoll, lustig, traurig – Moyes hat mich während des Lesen sowohl zum Lachen, zum Nachdenken und auch zum Weinen gebracht. Ich bin von ihrer Art zu Schreiben völlig begeistert und freue mich schon bald ein weiteres Buch von ihr zu lesen.

Fazit:

Eines der allerbesten Bücher, die ich je lesen durfte. So schlicht und doch so voller Gefühl. So nachvollziehbar und echt. Ich liebe dieses Buch und habe es in kurzer Zeit verschlungen. Jedem wirklich zu Empfehlen.

5_Kaffeetassen

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