[Rezension] Marc Levy – Kinder der Hoffnung

Marc-Levy-Kinder-der-HoffnungTitel: Kinder der Hoffnung

Autor: Marc Levy

Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: Knaur HC (8. August 2008)
ISBN: 978-3426663011

Erster Satz:

“Du musst den Kontext verstehen, in dem wir lebten – der Kontext ist wichtig, zum Beispiel für einen Satz.”

Inhalt:

Frankreich in den Vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Der 18jährige Raymond und sein Bruder schließen sich der Wiederstandsgruppe „Résistance“ an, die zum größten Teil aus Kindern und jungen Erwachsenen besteht. Gemeinsam sprengen Sie Gebäude, in denen sich Nazis oder die kollaborierende französische Miliz aufhalten, üben Attentate auf deren Anrührer aus uns sabotieren Züge und Waffen. Doch eines Tages wird die Bewegung verraten und die Freunde werden gefangen genommen. Raymond, sein Bruder und einige andere Mitglieder der Wiederstandsbewegung werden nach einem schrecklichen Aufenthalt in einem Gefängnis in einen Zug gesteckt und fahren scheinbar endlos unter entwürdigenden Bedingungen durchs Land.

Meine Meinung:

An dieses Buch, welches in der Ramschecke für 2,99€ zu erwerben war, hatte ich keine allzu hohen Ansprüche. Beim Lesen wurde mir jedoch schnell klar, dass diese unglaubliche Geschichte in der Ramschecke alles andere als gut aufgehoben war.

Marc Levy hat in diesem Buch die Geschichte seines jüdischen Vaters Raymond, seines Onkels Claude und die von vielen anderen Mitgliedern der 35. Brigade aufgeschrieben. Relativ nüchtern und schockierend ehrlich und detailgetreu beschreibt er das Leben der jüdischen und ausländischen Kinder in Frankreich in der NS Zeit. Er schildert die Missionen der Kinder, die gefährlich und tollkühn sind und vergisst dabei auch nicht die zweifelhafte Moral der Taten zu beleuchten. Er schildert die Gedankengänge seines Vaters, während er seinen Teil zur Bekämpfung der Nazis und der Miliz beiträgt – mit Gewalt und Tod. Mädchen und Jungen fühlen sich verpflichtet Offiiziere zu erschießen und ganze Gebäude in die Luft zu jagen.

Besonders beeindruckt hat mich Levys Schreibstil, mit dem er so übergangslos die grausamen Taten der Brigade beschreibt, ganz alltägliche Probleme beschreibt und auf das Miteinander der so unterschiedlichen Menschen eingeht.

Mich hat das Buch sehr gefesselt und berührt und mich an einer Zeit teilhaben lassen, die ich glücklicherweise nicht miterleben musste. Ein paar Seiten weniger hätten es allerdings auch getan, hier und da hätte ich besonders ausführlich beschriebene Missionen gerne etwas gekürzt gesehen.

Fazit:

Eine schockierende und berührende Geschichte über mutige Kinder, die aufeinmal zu schrecklichen Taten in der Lage sind und trotzdem niemals ihre Zusammengehörigkeit und Hilfsbereitschaft vergessen. Sehr zu empfehlen, auch wenn an einigen Stellen ruhig hätte gekürzt werden können.

4_Kaffeetassen

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