[Rezension] René Freund – Liebe unter Fischen

Freund, Liebe unter FischenTitel: Liebe unter Fischen

Autor: René Freund

Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: Deuticke Verlag (28. Januar 2013)
ISBN: 978-3552062092

Erster Satz:

‚Anrufbeantworter von Alfred Firneis. Bitte hinterlassen Sie keine Nachricht. Ich rufe nicht zurück.‘

Inhalt:

Alfred Firneis, Lyriker mit Sensationsauflagen, hat ein Burnout. Nicht genug, dass er depressiv in seiner verwahrlosten Wohnung hockt und keine einzige Zeile zu Papier bringt, rückt ihm auch noch seine Verlegerin Susanne Beckmann auf die Pelle, denn die Bank sitzt ihr wegen Steuerzahlungen im Nacken. Wenn sie nicht bald einen neuen Bestseller von ihm bekommt, sieht es ganz, ganz schwarz für sie aus.

Kurzerhand schickt sie Fred an den Kleinen Elbsee in den österreichischen Alpen, wo er sich in der Holzhütte ihres Vaters einquartiert. Inmitten von Stille und unberührter Natur und weitab vom Berliner Alltagsstress blüht Fred auf – nicht zuletzt durch den erfrischend unangepassten Revierförster August und die junge Biologin Mara, die am See über das Verhalten der Elritze forscht. Doch ist in der neugefunden Idylle tatsächlich alles so, wie es scheint?

Meine Meinung:

Besonders gefallen hat mir der Beginn von „Liebe unter Fischen“: Verlegerin Susanne, die in der völlig verwahrlosten Wohnung von Fred Firneis auftaucht; er mit einem fiesen Burnout geplagt und sie, die so schnell wie möglich ein paar Gedichte von ihm braucht, für ein Buch, das die Buchhändler schon längst vorbestellt haben. Doch mit Fred ist überhaupt nichts anzufangen und als sie ihn auch noch dazu bringen will, eine Art Zwangs-Erholungsurlaub in den Alpen zu machen, rastet er völlig aus. Herrliche Slapstick-Komik, die mich mehrmals laut zum Lachen gebracht hat.

Sehr idyllisch und ein wenig gemäßigter im humoristischen Sinn geht es dann am Kleinen Elbsee zu. Fast schon zu schwärmerisch breitet hier der Autor eine ideale Landschaft der Sinnlichkeit und Ruhe vor uns aus. Angenehm, aber leider mit weniger Biss geht es weiter, bis der herrlich bodenständige Revierförster August auftaucht und mit seiner einfachen Sicht auf die Dinge für viele Lacher und Schmunzelmomente sorgt. Er ist mit Abstand meine Lieblingsfigur im ganzen Roman. Die Liebesgeschichte zwischen Fred und der jungen Biologin Mara wiederum ist nett und erfrischend zu lesen, aber für mich nicht herausragend innovativ oder großartig romantisch. Einfach schön und entspannend, aber nicht „vom Hocker reißend“. Entschädigt wird man dafür mit einem überraschenden Twist im letzten Drittel, der die ganze Handlung noch einmal ordentlich durcheinanderbringt und für Spannung sorgt.

Alles in Allem habe ich „Liebe unter Fischen“ als eine sehr angenehme und erfrischende kleine Liebesgeschichte mit wirklich idyllischen Landschaftsbeschreibungen der österreichischen Bergwelt  empfunden. Fred als ausgebrannter Autor, der seine Kreativität und die Freude am Leben wiederentdeckt und der schwer sympatische August werden mir dabei vor allem in Erinnerung bleiben. Hier wird das Rad sicherlich nicht neu erfunden, aber Spaß hatte ich beim Lesen allemal.

Ach ja, anmerken wollte ich noch, dass ich immer wieder über für mich ungewöhnliche österreichische Wörter oder Redewendungen gestolpert bin (zum Beispiel wird an der „Kassa“ bezahlt oder ein Computer „aufgedreht“).  Das störte mich nicht weiter, Verlag und Autor sind ja immerhin österreichisch, nur frage ich mich, ob es für deutsche Protagonisten immer passend gewählt ist.

Fazit:

Locker luftige Alpenromanze, die stellenweise echt komisch ist und einfach das Gemüt erfreut.

4_Kaffeetassen

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