[Rezension] Isabel Beto – An den Ufern des goldenen Flusses

Beto, An den Ufern des goldenen FlussesTitel: An den Ufern des goldenen Flusses

Autor: Isabel Beto

Taschenbuch: 539 Seiten
Verlag: rororo (7. Dezember 2012)
ISBN: 978-3499259777

Erster Satz:

„Ihr Name war Yutid.“

Inhalt:

1815: Vor der Küste Venezuelas kämpfen die junge Deutsche Janna Sievers und ihr Verlobter Reinmar ums Überleben, als die Seuten Deern in Seenot gerät. Das junge Paar wird getrennt – und Janna findet sich völlig entkräftet and den Ufern des Orinocos wieder, wo sie kurze Zeit später Strandräubern in die Hände gerät. Der undurchsichtige Halb-Indio Arturo rettet sie und nimmt sie mit in seinem Boot. Janna hofft, mit seiner Hilfe nach Angostura zu kommen und dort Reinmar wiederzufinden. Doch Arturo verfolgt ganz andere Pläne. An den Quellen des Orinocos will er einen sagenhaften Inka-Schatz finden und ist bereit, dafür alles zu opfern.

Meine Meinung:

Nach ihrem Brasilien-Roman „Die Bucht des grünen Mondes“ musste ich unbedingt auch Isabel Betos neuestes Werk lesen, das uns diesmal nach Venezuela zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts entführt. Auch diesmal tauchte ich ein in eine reich ausgestaltete Welt voller Exotik, Abenteuer und Leidenschaft, die dem Genre „Sehnsuchtsliteratur“ vollkommen gerecht wird.  Wieder einmal liefert sie eine spannende, unvorhersehbare und romantische Geschichte, die das Flair einer vergangenen Epoche und eines uns fremden Landes versprüht und dabei bis ins Detail recherchiert und überzeugend erzählt ist. Ihre Charaktere sind griffig und dreidimensional, besonders das tragende Paar Janna und Arturo, deren Liebesgeschichte sich einfühlsam und glaubhaft entwickelt und bei mir das ein oder andere Herzflattern verursacht hat.

Wenn ich überhaupt etwas zu bemängeln habe, dann, dass ich mir in den Wirren der Besatzungs-Episode im letzten Drittel ein wenig von der beschwingteren Leichtigkeit der Flussfahrt gewünscht hätte und dass das ansonsten sehr hilfreiche kleine Glossar im Anhang noch um ein paar Worte reicher gewesen wäre (ein paar Mal habe ich nach Wörtern gesucht, die nicht noch einmal aufgeführt waren).  Dies hat meiner Freude beim Lesen jedoch keinen Abbruch getan.

Es bleibt nur zu sagen, dass unter all den „Sehnsuchtsschmökern“, die derzeit mit ihren mehr oder minder blumigen Covern den Markt bevölkern, Isabel Betos Südamerika-Schmöker auf jeden Fall in die oberste Liga gehören. (Die Cover ihrer Bücher mag ich zum Glück sehr.)

Denn –

was man leider in einigen Sehnsuchtsschmökern zu lesen bekommt:

– eine austauschbare Pappmaché-Heldin, die in eine am Handlungsrand herumdümpelnde Liebesgeschichte mit blassem Helden stolpert, eingebettet in eine flache und vorhersehbare Handlung, die man schon hundertmal gelesen hat,

– vage Landschaftsbeschreibungen, die einem weismachen wollen, man befände sich hier und dort auf der Weltkarte, aber man hat Mühe, dies dem Autor abzunehmen; schlechte Recherche, falsche Fakten und Stirnrunzel-Momente.

Was man mit Isabel Betos Büchern bekommt:

– starke und eigenwillige Charaktere, mitreißende Liebesgeschichten und Handlungen, die spannungsreich und unverbraucht sind  und immer wieder überraschen.

– realistische und zum Schwärmen anregende Naturbeschreibungen voller schillernder Details und dazu hervorragend recherchierte geschichtliche und gesellschaftliche Hintergründe, die einem das Gefühl geben, genau in diesem Augenblick dabei zu sein.

Fazit:

Wer sich in ein exotisches Land entführen und nicht nur von einer berauschenden Liebesgeschichte, sondern auch einem packenden Abenteuer voller unverhoffter Wendungen mitreißen lassen möchte, sollte zu Isabel Betos „An den Ufern des goldenen Flusses“ greifen.

4.5_Kaffeetassen

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2 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Tanja
    Dez 28, 2012 @ 11:37:38

    Oh, dass klingt ja herrlich. Ich werde mir beide Bücher notieren. Danke für deine schöne Rezension.

    Antwort

  2. keeweekat
    Dez 28, 2012 @ 11:50:41

    Aber gerne, Tanja! 🙂

    Antwort

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