[Rezension] Carol Birch – Der Atem der Welt

Titel: Der Atem der Welt

Autor: Carol Birch

Gebundene Ausgabe: 395 Seiten
Verlag: Insel Verlag (17. September 2012)
ISBN: 978-3458175445

Erster Satz:

„Ich wurde zweimal geboren.“

Inhalt:

London, 1857: das Leben des achtjährigen Jaffy nimmt eine ungeahnte Wende, als er furchtlos dem bengalischen Tiger entgegentritt, der der Menagerie des berühmten Importeurs Charles Jamrach entlaufen ist.

Der Geschäftsmann ist beeindruckt von dem Mut des Jungen und nimmt ihn unter seine Fittiche; von nun an arbeitet Jaffy als sein Handlanger und entwickelt dabei ein besonderes Interesse und Gespür für Tiere. Als sein bester Freund Tim auf einem Walfänger anheuert, um auf einer Insel im Indischen Ozean nach einem „Drachen“ zu suchen, den ein reicher Auftraggeber haben möchte, schließt er sich ihm ohne zu überlegen an. Die beiden brechen zu einer Fahrt ins Ungewisse auf, die ihre Welt für immer verändern wird.

Meine Meinung:

Erwartet habe ich einen historischen Abenteuerroman, bekommen habe ich mit „Der Atem der Welt“ letzendlich viel mehr. Carol Birch erzählt die Geschichte einer tiefen Freundschaft, ihre Erzählung versprüht auf jeder Seite wilde Fabulierlust und die Liebe zum Reisen und Erforschen neuer Welten. Ihre Schreibe ist dabei rauh und traumwandlerisch, gleichzeitig poetisch und manchmal pefekt-unfertig. Sie erzählt aus der Sicht eines jungen Mannes, der in das Erwachsenwerden hineinkatapultiert und vom Schicksal hin und her geworfen wird wie ein kleines Boot auf den Wellen der Weltmeere. Ich war absolut gefesselt von dem Abenteuer, das Jaff und Tim bestehen müssen und konnte mich selbst dann nicht loseisen, als ihre gemeinsame Reise eine katastrophale Wende nimmt und unfassbare Ausmaße annimmt.

Vielleicht hätte ich mir ein wenig mehr äußerliche Beschreibungen der einzelnen Personen, vor allem der Besatzung des Schiffes, gewünscht, denn so bin ich anfangs immer wieder ein wenig ins Stolpern gekommen beim Zuordnen der Namen und Dienstgrade. Das soll aber auch mein einziger Rüpel bleiben.

Birch liefert eine spannende, überraschende Geschichte, die dazu auch noch herausragend geschrieben und ein Hohelied auf das Menschsein ist, das Leben und Überleben. Und die Freundschaft, die selbst in der dunkelsten Stunde besteht – und darüber hinaus.

Fazit:

Ein bombastischer und emotional fordernder Roman, der niemanden ungerührt zurücklassen wird. Für mich verdient auf der Shortlist des Man Booker Prize 2011 gelandet und eine Leseempfehlung an alle, die nicht zu zart besaitet sind und sich auf eine unvergessliche Weltreise voller Schönheit und Schrecken einlassen wollen.

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2 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Julia
    Okt 18, 2012 @ 17:05:37

    Eine wirklich tolle Rezension, du hast mir richtig Lust gemacht, das Buch zu lesen. Ich werde deinen Blog auf jeden Fall im Auge behalten 😉

    Ganz liebe Grüße,
    Julia

    Antwort

  2. keeweekat
    Okt 19, 2012 @ 12:16:25

    Hallo Julia, das freut mich! 🙂

    Werde anschließend gleich mal auf deinem Blog stöben …

    Antwort

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