[Rezension] Bernd Perplies – Flammen über Arcadion

Titel: Flammen über Arcadion

Autor: Bernd Perplies

Gebundene Ausgabe: 525 Seiten
Verlag: Lyx
ISBN: 978-3802586378

Erster Satz:

„Niemand weiß genau, warum es damals geschah.“

Inhalt:

Rom in einer dystopischen Zukunft: Nach einem verheerenden Ereignis, das nur als der  „Sternenfall“ bekannt ist, herrscht der mächtige Lux Dei über die von der Außenwelt abgeschottete Stadt, die jetzt Arcadion heißt.

Die 16jährige Carya lebt gut behütet in einer der priviligierteren Familien und als braves Mitglied der Templerjugend auf. Sie hat keine Ahnung, was sich außerhalb der Mauern Arcadions befindet und was es mit den Invitros, den „Künstlichen“, die von der Regierung verfolgt werden, auf sich hat. Bis sie eines Tages alles verliert und gezwungen ist, aus Aracion zu fliehen. Hilfe bekommt sie dabei unerwartet von Pitlit, einem vorwitzigen Straßenjungen und Jonan, einem jungen Templersoldaten, der desertiert, als er sein Vertrauen in die Herrschaft des Lux Dei verliert.

Meine Meinung:

Ich habe „Flammen über Arcadion“ ganz gerne gelesen, aber ich tue mich schwer damit, die positiven Eindrücke herauszustellen, weil es so vieles an diesem Buch gibt, das mir negativ ins Auge gefallen ist. Da wären zuerst einmal die Charaktere, die allesamt nicht herausragend gestaltet sind, dafür aber eines gemeinsam haben: sie neigen zu Handlungen, die ich nur bedingt und manchmal überhaupt nicht nachvollziehen konnte.

Angefangen bei Caryas absoluter Naivität, die sie das gesamte Buch über nicht wirklich abzuschütteln vermag, selbst, nachdem sie die furchtbarsten Dinge erleben muss. Ihre reservierte Art, mit der sie auf den Tod einer geliebten Person reagiert oder das beinahe blinde Vertrauen, das sie in Jonan setzt, der mal eben (nachdem ihm klargeworden ist, mit was für brutalen Mitteln der Lux Dei vorgeht) all seine Prinzipien über den Haufen wirft und von jetzt auf gleich desertiert. Weiter geht es damit, dass die beiden auf ihrer Flucht von überall her Hilfe zu bekommen scheinen, und das in einer Welt, wo es am sichersten sein sollte, den Kopf einzuziehen und sich so unauffällig wie möglich zu verhalten. So aber bringt sich wie selbstverständlich gleich eine ganze Reihe von Menschen in Gefahr, um Carya und Jonan (die jetzt auf der Abschussliste des Lux Dei stehen) zu helfen, und ein Großteil davon kommt aus der Sache nicht lebend heraus. Das mag ja alles nobel und heldenhaft sein, ist aber reichlich realitätsfern. Die Reihe der unglaubwürdigen Handlungselemente setzt sich fort, aber darauf genauer einzugehen, würde zu viel vorwegnehmen.

Bernd Perplies gestaltet seine Welt liebevoll aus und wartet mit einem abwechslungsreichen Plot auf, doch zu all den „Kopf-Schüttel-Momenten“ kommen für mich noch die an Tiefe vermissen lassenden Charaktere und die  zuweilen etwas gestelzt wirkenden Dialoge hinzu. Das Ganze wirkt doch etwas spröde und unfertig auf mich und ich hätte mir ein wenig mehr Durchdachtheit gewünscht. Nichtsdestotrotz lässt Perplies am Schluss genügend lose Enden offen und Leser, die mehr Gefallen an dem Buch gefunden haben als ich, werden mit Spannung den Folgeband, „Im Schatten des Mondkaisers“, erwarten, in denen die Charaktere vermutlich mehr über die Welt außerhalb Arcadions erfahren werden und vielleicht ein weiteres Puzzlestück über Caryas rätselhafte Herkunft aufgedeckt wird.

Fazit:

„Flammen über Arcadion“ ist eine solide und unterhaltsame Jugend-Dystopie, die aber nichts wirklich Neues zum Genre beizutragen hat. Ihre größte Schwäche liegt für mich in einer Reihe von Unglaubwürdigkeiten, die mich immer wieder aus dem Lesefluss gerissen haben. Alles in Allem lesbar, aber leider keine Empfehlung von mir.

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