[Rezension] Eowyn Ivey – Das Schneemädchen

Titel: Das Schneemädchen

Autor: Eowyn Ivey

Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: Kindler (21. September 2012)
ISBN: 978-3463406213

Erster Satz:

„Mabel hatte gewusst, es würde still sein.“

Inhalt:

Alaska 1920. Mabel und Jack, ein älteres Ehepaar haben sich für das Leben im kalten, wilden Alaska entschieden. Gemeinsam versuchen Sie sich dort in der einsamen Stille ein neues Leben aufzubauen. Einige Jahre zuvor hat Mabel ihr Kind verloren und seitdem ist das Paar kinderlos geblieben, eine Bürde für beide. Als die Melancholie mit ausgebreiteten Armen nach Mabel greift und zwischen den Partnern eine eisige Kluft entstanden ist, packt sie beim ersten Schnee des Jahres auf einmal die Jugend und sie bauen zusammen ein Schneemädchen auf dem Hof. Diese Nach ist die erste, in der sie das kleine Mädchen durch den Wald huschen sehen, die schließlich wie eine Tochter für die beiden wird.

Meine Meinung:

Mit diesem, ihrem ersten, Roman ist Eowyn Ivey ein wahrlich märchenhafter Start gelungen. Die ersten zwei Kapitel haben sich noch etwas mühsam gelesen, dann aber hat mich die Geschichte in seinen Bann gezogen. Ivey besitzt die Gabe den Leser in die verschneite Landschaft Alaskas zu entführen und ihn an jedem kleinen Wunder der Natur teilhaben zu lassen. Im Laufe dieses Buches sind mir so viele Bilder vor meinem geistigen Auge erschienen, wie bei kaum einem anderen Buch.

Der grobe Leitfaden der Geschichte orientiert sich an existierenden Schneemädchen-Märchen, die alle in ihren Einzelheiten und vor allem in ihren Schlüssen sehr unterschiedlich sind. Die Autorin spinnt um diese Hauptidee des Schneemädchens ihre eigenen Fantasien und vernachlässigt in keiner Weise das Märchenhafte.

Die Hauptprotagonisten Mabel und Jack werden einem, nachdem ich persönlich mich erst mal mit dem Alter abfinden musste, schnell lieb und sind so dreidimensional wie in kaum einer anderen Geschichte, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Nur Mabels Melancholie war mir, gerade am Anfang des Buches, ein wenig zu drückend und präsent. Über das Schneemädchen möchte ich nicht zu viel verraten. Sie ist mystisch, märchenhaft und liebenswürdig. Ihr Auftauchen, ihr Verschwinden, ihr Handeln – alles ist stimmig und lässt einen tief in der Geschichte versinken.

Die (fast einzigen) Nebencharaktere der benachbarten Familie Benson passen wundervoll in den Roman hinein, verleihen ihm die notwendige Auflockerung und viel Witz. Diese Familienmitglieder sind der Draht zur Wirklichkeit, der dem Märchen aber keinen Abbruch tut.

Fazit:

Ein sehr empfehlenswertes, märchenhaftes Buch, in dem die Autorin sich mit der Legende des Schneemädchens auseinandersetzt und einen in die Wildnis Alaskas eintauchen lässt. Ich habe das Lesen sehr genossen! Nur für den spannungssuchenden Leser ist es nicht geeignet.

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