[Rezension] Holly Goldberg Sloan – Kleine Geschichte vom Glück des Zufalls

Titel: Sam und Emily: Kleine Geschichte vom Glück des Zufalls

Autor: Holly Goldberg Sloan

Gebundene Ausgabe: 428 Seiten
Verlag: Arena (Juli 2012)
ISBN: 978-3401065182

Erster Satz:

„Die Wochentage waren ihm einerlei.“

Inhalt:

Als Emily dem siebzehnjährigen Sam das erste Mal begegnet, merkt sie gleich, dass er anders ist. Was sie nicht weiß: zusammen mit seinem jüngeren, autistischen Bruder Riddle und seinem kriminellen Vater lebt er ein Landstreicherleben. Er hat keine feste Bleibe, geht seit Jahren nicht mehr zur Schule und ernährt sich meistens von dem, was er in Müllcontainern findet. Dabei kümmert er sich aufopferungsvoll um seinen introvertierten und chronisch kranken Bruder.

Noch bevor mehr aus Emilys und Sams zarten Annäherungsversuchen werden kann, überschlagen sich die Ereignisse und ehe es sich Sam versieht, befindet er sich mit seinem Bruder auf der Flucht in den Mittleren Westen – und plötzlich geht es um Leben und Tod.
Meine Meinung:

„Kleine Geschichte vom Glück des Zufalls“ spielt mit den Wechselwirkungen des Schicksals und den kleinen und großen Ereignissen im Leben, die irgendwie untrennbar miteinander verknüpft sind und auf verschlungen Pfaden und doch unmittelbar unsere Zukunft beeinflussen. Holly Goldberg Sloan legt ein beeindruckendes Debüt vor, eine warmherzige Geschichte über den Wert von Familie und Freundschaft und gleichzeitig einen packenden Thriller, der uns unverhofft mitnimmt in die Wildnis und in Abgründe, in die uns die Habgier, Selbstsucht und Neid hinabreißen. Der Roman ist modernes Märchen und unaufdringliches Gesellschaftsbild, besonders in Bezug auf die armerikanische Arm-Reich-Schere.

Mit den Brüdern Sam und Riddle hat die Autorin absolut überzeugende Charaktere geschaffen. Auch Clarence, ihr Vater, von Beruf Dieb und Menschenfeind, ist ein unangenehm dreidimensionaler Charakter. Ein bisschen auf der Strecke bleibt dabei leider Emily, die für mich als Protagonistin nicht ganz so fühlbar wurde wie die anderen. Daher eine halbe Kaffeetasse Abzug.

Fazit:

Eine Liebeserklärung an den Zusammenhalt der Familie und ein packender Abenteuerroman in einem. Vom Verlag als Liebesgeschichte getarnt, aber in Wirklichkeit noch viel mehr als das – ein Roman über zwei Brüder, über Armut und Reichtum, Mut, Selbstlosikeit und Zuversicht. Und darüber, dass jeder seines Schicksals eigener Schmied ist.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: