[Rezension] Lilly Lindner – Splitterfasernackt

Autor: Lilly Lindner

Titel: Splitterfasernackt

Broschiert: 400 Seiten

Verlag: Droemer (September 2011)

ISBN: 978-3426226063

Erster Satz: „Vielleicht arbeite ich ja nur deshalb in einem Bordell, weil Männer an einem Ort wie diesem für ihre Triebe bezahlen müssen und weil sie auf diesem Weg nicht einmal annäherend zu meinem Herzen durchdringen können.“

Inhalt:

Splitterfasernackt ist autobiografisch. Lilly Lindner berichtet über ihr Leben ab dem Zeitpunkt ihrer Vergewaltigung mit sechs Jahren. Sie beschreibt, wie es ist, erwachsen zu werden, wenn die Eltern nicht sagen können, dass sie geliebt wird. Sie schreibt davon, wie es ist Stimmen im Kopf zu haben. Sie erzählt von ihren zwei besten Freundinnen Ana und Mia, die eigentlich Anorexia nervosa und Bulimia nervosa heißen: Magersucht und Bulimie. Und sie lässt uns teilhaben an ihrem Leben im Rotlicht.

Meine Meinung:

Dieses Buch ist autobiografisch und deswegen eigentlich schlecht bewertbar. Wie könnte man sich anmaßen die furchtbare Lebensgeschichte eines vergwaltigten Mädchens als nicht spannend genug oder schlecht formuliert zu nennen? Aber darüber muss man sich bei diesem Buch sowieso keine Gedanken machen, denn wenn ich mich gezwungen fühlen würde, es zu bewerten, würde ich sehr gut sagen. Diese Worten passen natürlich nicht wirklich zu der tragischen Geschichte.

Lilly Lindner hat in das Werk, das ihr Leben wiederspiegeln soll, so viele Emotionen und Gedanken einfließen lassen, dass einem beim Lesen fast die Luft wegbleibt. Der Inhalt von Splitterfasernackt ist so schockierend, so furchtbar und leider so wahr, dass einem ganz anders wird. Zu begreifen, wie sehr eine Vergewaltigung das Leben eines Mädchens, schließlich einer Erwachsenen zerstören kann, tut vor allem einer Frau beim Lesen weh. Aber es ist nicht nur der Inhalt. Es ist auch die Art, wie Lilly Lindner all diese Erinnerungen, Gefühle und vor allem all den Schmerz aufgeschrieben hat. So ehrlich, so schockierend. So brutal. Und dabei auch poetisch und zart. Die Worte fließen ihr zu und fließen einem direkt ins Herz. Sie spielt mit den Sätzen und findet für die schrecklichsten Erlebnisse und Schilderungen die richtigen Wortspiele. Es ist kaum zu beschreiben, welche Kraft in ihren Zeilen steckt. Man sollte es selbst lesen.

Fazit:

Schockierend, brutal, tragisch, dramatisch, zart, emotional, traurig, verwirrend, aufwühlend, mitreißend. Dieses Buch gehört meiner Meinung nach in jeden Deutschunterricht. Ich empfehle es jedem. Es enthält eine Wahrheit, die jeder erfahren sollte, über die jeder nachdenken sollte. Mich hat das Buch erschüttert und ich wünschte mir, dass den Grund dafür nicht geben würde. Lasst euch erschüttern und tragt die Botschaft hinaus.

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2 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. funne
    Aug 19, 2012 @ 16:00:51

    wunderschöne Rezension :‘)

    Antwort

  2. satscho
    Aug 20, 2012 @ 07:25:56

    Danke 🙂

    Antwort

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