[Rezension] Myra McEntire – Hourglass – Die Stunde der Zeitreisenden

Autor: Myra McEntire

Titel: Hourglass – Die Stunde der Zeitreisenden

Broschiert: 384 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (Mai 2012)
ISBN: 978-3442475636

Erster Satz:

„Meine kleine Heimatstadt im Süden ist eine etwas verblichene Schönheit und erinnert an eine in die Jahre gekommene Ballkönigin.“

Inhalt:

Die 17-jährige Emerson Cole sieht Menschen aus der Vergangenheit. Wenn sie sie berührt, lösen sie sich einfach in Luft auf. Niemand kann ihr sagen, was mit ihr los ist und schlimmer noch: fast alle halten sie für verrückt. Nur ihre beste Freundin Lily und ihr Bruder Thomas und dessen Frau Dru, bei denen sie seit dem Tod ihrer Eltern lebt, wissen um ihre Fähigkeit und glauben ihr. Immer wieder sucht Thomas Spezialisten auf, die seiner Schwester helfen sollen, bis er eines Tages auf Micheal Weaver von der Organisation Hourglass trifft. Mit Micheals Auftauchen verändert sich Emersons Leben schlagartig. Sie hat eine Aufgabe und schwebt in großer Gefahr.

Meine Meinung:

Die Einschätzung dieses Romans ist mir sehr schwer gefallen. Ganz grob gesagt: Inhaltlich super klasse, an der Umsetzung hätte man eventuell noch etwas feilen können. Anfangs hatte ich geglaubt, dass „Hourglass“ der Triologie von Kerstin Gier (Rubinrot, Saphirblau, Smaragdgrün) sehr ähnelt und hatte schon Bedenken. Die Ähnlichkeit verfliegt aber sehr schnell und die Geschichte nimmt einen ganz anderen Kurs als die von Gier.

Die ganze Idee der Geschichte von Em und Micheal hat mir sehr gut gefallen. Sie nimmt immer wieder Wendungen, die ich nicht erwartet hatte und bleibt spannend bis zum Schluss. Ich habe das Buch immer sehr ungern zur Seite gelegt. Auch die Charaktere haben überzeugt. Emerson ist eine typische Jugendromanheldin, fällt aber durch viele kleine Eigenheiten und Details auf und hebt sich dadurch ab. Ihre ironische Art mit den Menschen umzuspringen, weil sie niemanden an sich heranlassen möchte, ihre Offenheit Micheal gegenüber, ihre Gedanken und Gefühle – eine sehr sympathische Protagonistin. Micheal, das Gegenstück zu ihr und, meiner Meinung nach, kein typischer Jugendromanheld, besticht durch seinen warmen Charakter und hält mit seiner Undurchschaubarkeit die Spannung. Lily, als beste Freundin, Thomas und Dru und der Frauenheld Kaleb runden das Bild ab. Und auch der Antagonist Jonathan Landers hat mir sehr gut gefallen – eigentlich mit am besten.

Der Schreibstil von Myra McEntire überzeugt mit viel Liebe zum Detail und Jugendlichkeit. Die Dialoge und Gedankengänge sind aus dem Leben gegriffen, die Taten sind schlüssig. Ab und an hätte ich als Lektorin dennoch den Rotstift gezückt, zum Beispiel wenn Micheals Gesicht etwas zu perfekt beschrieben wurde (Prinz, der zu schön war, um sich unter das gemeine Volk zu mischen). Auch fand ich manche Diskussionen zwischen Em und Micheal etwas zu teeniemäßig beschrieben und stolperte hier und da mal über einen stilistisch nicht ganz einwandfreien Absatz. Ich muss diesem Roman aber sehr hoch anrechnen, dass er einer der sehr sehr sehr wenigen ist, bei denen ich an einer Stelle Tränen in den Augen hatte. Bei Büchern passiert mir das wirklich extrem selten, aber hier hatte ich einmal ganz schön zu kämpfen. Sehr emotional geschrieben.

Fazit:

Wer die Triologie von Kerstin Gier mochte, wird an diesem Buch großen Gefallen finden. Spannend und emotional hat mich die fantasievolle Geschichte von Anfang bis zum Ende gepackt und mich über kleine stilistische Fehler großzügig hinwegsehen lassen. Ich freue mich sehr auf den nächsten Teil der Reihe!

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