[Rezension] Veronica Roth – Insurgent

Autor: Veronica Roth

Titel: Insurgent

Deutscher Titel: Die Bestimmung – Tödliche Wahrheit

Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
Verlag: Katherine Tegen Books
Sprache: Englisch
ISBN: 978-0062024046

Erster Satz:

„I wake with his name in my mouth.“

Inhalt:

Nach dem Angriff der Erudite auf die Abnegation und der Simulations-Attake, die die Dauntless zu willenlosen Mördern gemacht hat, liegt Tris‘ Welt in Trümmern. Die Fraktionen sind auseinandergebrochen, unzählige Überläufer haben sich den Erudite angeschlossen. Nachdem ihre Eltern ihr Leben für sie geopfert haben und sie nicht über den Verlust ihres Freundes Will hinwegkommt, den sie erschießen musste, kämpft sie mit ihrer Trauer und dem tiefen Gefühl der Schuld.

Während die Erudite stetig an Macht gewinnen, versuchen die zersprengten Überbleibsel der Fraktionen hektisch, zwischen Überläufern und Verrätern ihrem Gegner die Stirn zu bieten.  Tris muss sich für eine Seite entscheiden – und wenn das bedeutet, die Menschen, die ihr am meisten bedeuten, für immer zu verlieren.

Meine Meinung:

*** Hinweis: wie all meine Rezensionen ist auch diese – nach bestem Gewissen – Spoiler-frei! ***

Auch den zweiten Band von Roth’s atemberaubender Dystopie habe ich förmlich inhaliert. Im Grunde macht sie fast alles genauso richtig wie schon im ersten Teil. Ihre Schreibe quillt über von geballter Kraft und ausdrucksstarken Bildern. Ihre Charaktere sind absolut überzeugend. Die Handlung sprüht vor Einfallsreichtum. Und noch viel mehr als in „Divergent“ wird der Leser wieder und wieder von unerwarteten Wendungen überrascht. Fast alles an diesem Buch ist perfekt. Fast.

Warum ich trotz aller Begeisterung eine halbe Kaffeetasse abziehen muss? Nun, ich liebe „Insurgent“, aber was mir ein wenig gefehlt hat, war der stramm gezogene rote Faden, dem die Handlung im ersten Teil noch geglichen hat.  Auch „Insurgent“ hat einen roten Faden, der sich jedoch um die Fraktions-Gebäude und mehrere Häuserblocks zu winden scheint, bevor er das Ende erreicht. Schwer zu beschreiben. Ich glaube, eine andere Rezensentin hatte ihre eigene Kritik als „meckern auf hohem Niveau“ bezeichnet, eine Umschreibung, der ich mich gern anschließe.

Am besten steigt man in „Insurgent“ ein, gleich nachdem man „Divergent“ gelesen hat, da Veronica Roth bewusst auf eine wiederholte Schilderung der letzten Ereignisse verzichtet (mir war die kurze Zusammenfassung auf ihrer Website sehr hilfreich, denn ich hatte in den letzten Monaten die Namen der meisten Nebencharaktere sowie deren Fraktionen  vergessen – was jedoch wichtig für den weiteren Handlungsverlauf ist). Aber auch, wenn man (wieder) gut im Bilde ist über Tris‘ Welt, muss man sich gut konzentrieren, um zu erfassen, welche Fraktionen gerade mit wem kooperieren und welche Gruppe gerade wo Unterschlupf gefunden/ sich einer anderen Gruppe angeschlossen hat oder dem Simulations-Serum unterworfen ist. Roth entwirft das alles sehr präzise und wirklich gut durchdacht, aber es ist … ein wenig viel. Man merkt, dass sie gleichzeitig einen ganzen Haufen Fragen und Rätsel aufwirft und ihre Charaktere in bestimmte Richtungen schickt, bevor es zum großen Finale im letzten Band kommt. Das Ganze erzählt sie so überzeugend, verblüffend und unwahrscheinlich mitreißend, dass man von einem Kapitel zum nächsten hastet. Dabei muss man jedoch ständig seine Gedanken sortieren, in verschiedene Schubladen stecken und beschriften, um den Anschluss nicht zu verpassen oder schlimmstenfalls etwas total durcheinander zu bringen.

Was bleibt, ist also ein großartiger zweiter Teil voller Spannung, toller Charaktere und emotionaler Abgründe, den man eine Spur bedachter lesen muss, als man es möchte, um mit der verzwickten Handlung mithalten zu können.

Fazit: „Insurgent“ bemüht den Erudite-Teil in uns, in dem kunstvollen Handlungsgeflecht einen klaren Blick zu behalten und rauscht dabei schnell wie ein Zug durch die düstere Handlung, ohne dass man man weiß, wo er halten wird.

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  1. Trackback: [Rezension] Veronica Roth – Allegiant | Coffee and Books

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