[Rezension] Gabriella Engelmann – Cinderella Undercover

Titel: Cinderella Undercover

Autor: Gabriella Engelmann

Broschiert: 284 Seiten
Verlag: Arena (August 2011)
ISBN: 978-3401066851

Erster Satz:

„Ich stand auf dem verschneiten  Rasen und betrachtete den lebensgroßen, silbergrau schimmernden Engel – eine Galvanoplastik, die das Grab meiner Mutter Katharina schmückte.“

Inhalt:

Cynthia ist 16, als ihre Mutter stirbt. Nicht lange darauf lernt ihr Vater eine neue Frau kennen und ehe es sich Cyn versieht, ist die mitsamt ihren beiden unausstehlichen Töchtern bei ihnen zu Hause eingezogen. Als wären das nicht schon genug Probleme, verliebt sich Cynthia auch noch hoffnungslos in den gutenaussehenden Kunststudenten Daniel. In seiner Gegenwart erstarrt sie regelmäßig zu einem unscheinbaren Mauerblümchen. Kein Wunder also, dass Daniel sie anfangs kaum bemerkt. Erst, als Cyn den extrovertierten Modedesigner GG kennenlernt und von ihm in die Welt der Street-Art eingeführt wird, kann sie ihre künstlerische Ader entfalten und einfach sie selbst sein. Ob Daniel durch ihre ausgefallenen Bilder endlich auf sie aufmerksam wird?

Meine Meinung:

„Cinderella Undercover“ ist das dritte Buch in der Märchen-Reihe von Gabriella Engelmann und mein erstes Buch der Autorin.  Die Geschichte kommt zwar als modernes Aschenputtel daher, hat aber nur im weitesten Sinne etwas mit der bekannten Geschichte zu tun. Am ehesten ist es noch die Konstellation „Mutter stirbt, Vater zieht mit neuer Frau zusammen, zickige Stiefschwestern inklusive“, die in Grundzügen and das Märchen erinnert. Der „Prinz“ ist ein Student, die „gute Fee/das verwunschene Bäumchen“ ein Modedesigner und der Ball auf dem Schloss ist ein dreitägiges Kunst-Festival in Hamburg.  Ich liebe Märchen und ich bin fest davon überzeugt, dass man sie in eine modernen Teenie-Lovestory adaptierten kann, aber irgendwie ist das der Autorin mit diesem Buch nur halbherzig geglückt. Die Story ist nett, aber sie ist wirklich so weit entfernt von dem Grimmschen Märchen, dass der Name in meinen Augen nicht gerechtfertigt ist.

Hinzu kommt, dass „Cinderella Undercover“ mich als Jugendbuch nicht hundertprozentig überzeugt. Sämtliche Charktere sind überzeichnet und agieren mitunter auch etwas unrealistisch. Neue Bekanntschaften stellen sich einander mit ihrem Vor- und Nachnamen vor (gibt’s das in der Realität wirklich? Ich hab das noch nie erlebt …) und beste Freundschaften werden von der einen auf die andere Minute geschlossen. Das ging mir etwas zu schnell und war nicht wirklich nachvollziehbar. Für Sechzehn- bzw. Siebzehnjährige sind Cynthia und ihre Mädels außerdem reichlich unreif, vor allem, was ihre Beziehung zu Jungs angeht. Da wird rumgezickt und rumintrigiert und beleidigte Leberwurst gespielt, wie es vielleicht noch für Dreizehn-, Vierzehnjährige verständlich wäre, aber für Mädchen, die schon an der Schwelle zum Erwachsensein sind? Nee …

Und weil die Protagonisten allesamt relativ oberflächlich sind (inklusive Cynthias Love Interest Daniel, der auch nicht besonders viele Auftritte hat), ist „Cinderella Undercover“ für mich eher eine Lektüre für Zwischendurch, ein Buch, das man schnell durchgelesen hat und etwas, von dem man sich gern berieseln lässt. Etwa wie einer dieser amerikansichen Teenie-Filme, von denen man am Ende denkt, dass es ganz angehme 90 Minuten zum Abschalten waren, aber noch einmal braucht man ihn sich nicht anzuschauen.

Fazit: Ich finde die Idee mit der Street-Art interessant, über so manchen Satz musste ich schmunzeln und ich mochte die Dynamik zwischen Cynthia und GG ganz gerne. Eine „Aschenputtel“-Geschichte ist „Cinderella Undercover“ für mich aber nicht.

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