[Rezension] Beth Revis – Across the Universe

Originaltitel: Across the Universe

Deutscher Titel: Godspeed – Die Reise beginnt

Autor: Beth Revis

Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: Razorbill (11. Januar 2011)
ISBN:
 978-1595143976

Erster Satz:

Daddy said, „Let Mom go first.“

Inhalt:

Die siebzehnjährige Amy wird zusammen mit ihren Eltern eingefroren, um auf einem riesigen Generationenschiff, der „Godspeed“, zu einem neu entdeckten Planeten zu reisen. Dieser Planet soll eine zweite Heimat für die Menschen werden – und die Reise dorthin dauert drei Jahrhunderte.

Zweihundertfünfzig Jahre, nachdem die Godspeed die Erde verlassen hat, entdeckt der sechzehnjährige Elder, der zum nächsten Anführer der kleinen Kolonie auf dem Schiff bestimmt ist, die verborgene Kühlkammer im Bauch des Schiffes. Als er Amys gläsernen Behälter aus dem Regal zieht, ist er von ihrem Anblick wie gebannt: mit ihrer weißen Haut und ihrem leuchtend roten Haar unterscheidet sie sich völlig vom Rest der an Bord lebenden Menschen, die alle braune Haut und schwarzes Haar haben. Ohne die Folgen zu kennen, löst er Amys Froststarre – undtritt damit eine Reihe schockierender Ereignisse los, an deren Ende die grausame Gewissheit steht: Alles, was er bisher für wahr gehalten hat, ist eine Lüge.

Meine Meinung:

Das Beste an „Across the universe“ ist mit Sicherheit das erste Kapitel – wir erleben aus Amys Perspektive, wie ihre Eltern sie  in letzter Sekunde vor  vor Wahl stellen, die ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen wird: lässt sie sich gemeinsam mit ihnen einfrieren, um die dreihundert Jahre dauernde Reise zu einer unbekannten Welt anzutreten, oder bleibt sie zurück auf der Erde, bei ihren Freunden und ihrer Liebe Jason?

Amy entscheidet sich für ihre Familie – und lässt sich in einer schmerzhaften Prozedur in einem stählernen Sarg einfrieren. Die letzten Augenblicke ihres irdischen Lebens, die Gedanken, die ihr durch den Kopf schießen, das Gefühl, wie ihr Körper erstarrt – das alles verbindet sich zu einem der packendsten Einstiege seit langem im Jugendbuch.

Leider kippt die Spannung danach rapide, während wir Elder durch das Schiff begleiten und sein Leben voller strikter Anordnungen und unbeantworteter Fragen kennenlernen. Revis strapaziert die Geduld ihrer Leser hier etwas zu sehr, nur langsam geht es mit der Handlung voran und erst mit Amys Erwachen kommt allmählich wieder Fahrt auf. Die Spannung vom spritzigen Start des Buches flackert aber erst wieder zum Ende hin auf.

Positiv: Revis‘ Ideenreichtum ist beeindruckend, die geradezu kriminalistisch angelegte Handlung ist hervorragend konstruiert und gibt einem bis zum Schluss immer neue Rätsel auf. Zudem ist der Plot gespickt mit dramatischen Wendungen; Elder und Amy sehen sich schon bald im Wettlauf gegen die Zeit, als sie herauszufinden versuchen, wer es auf die eingefrorenen Passagiere der Godspeed abgesehen hat und welches Geheimnis Eldest, der Anführer des Schiffes, wie seinen Augapfel hütet. Durch die klare Sprache, die abwechslungsreichen Perspektivwechsel (Amy/Elder), die vielen Rätsel und die geschickt gelegten Spuren lässt sich das Buch sehr gut lesen.

Negativ: Am spannendsten ist das Buch zu Beginn und am Ende – dazwischen hängt es etwas. Außerdem hätte ich mir etwas mehr Tiefe für die Charaktere und daraus resultierend eine überzeugendere Liebesgeschichte erhofft, auch wenn die bisher eher eine Nebenrolle spielte. Im nächsten Band möchte ich außerdem mehr über die Konstruktion des Schiffes erfahren und wie die einzelnen Ebenen funktionieren.

Fazit: Unterhaltsame Science-Fiction-Geschichte mit atemberaubenden Ideen und gutem kriminalistischen Sub-Plot. Durch die schwankende  Spannung und eine etwas unscharfe Zeichnung der Charaktere ziehe ich eine Kaffeetasse ab.

Die Trilogie im Überblick: 

[01] Across the universe

[02] A million suns

[03] Shades of earth (2013)

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