[Rezension] Bill Bryson – Frühstück mit Kängurus

Titel: Frühstück mit Kängurus

Autor: Bill Bryson

Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (1. November 2002)
ISBN: 978-3442453795

Erster Satz:

„Auf dem Flug nach Australien fiel mir wieder nicht ein, wie der Premierminister heißt.“

Inhalt:

Eins soll man Bill Bryson erst mal nachmachen:  Geschichte so spannend und unterhaltsam zu erzählen wie einen Hollywoodfilm. Was der Mann nicht alles weiß über die seltsamsten Ereignisse, die in der älteren und jüngeren Vergangenheit Australiens stattgefunden, und von denen hier noch nie ein Mensch etwas gehört hat!
Da wird von Premierministern erzählt, die ins Meer zum Schwimmen gehen und nie wieder gesehen wurden, von Touristen, die bei einer Schiffstour auf einem Riff zurückgelassen werden oder bei einer Jeep-Tour durchs Outback im Sand steckenbleiben und verdursten, Segelfliegern, die mittem im Nirgendwo plötzlich Eisenadern oder riesige Nuggets finden und Urlaubern, die vom Krokodil verschluckt werden. Man erfährt von vergangenen, haarsträubenden Expeditionen auf Pferd und Kamel, bei denen tollkühne Forscher ganze Schiffe und tonnenweise Zuckervorräte mitschleppten, weil sie irgendwo im Outback ein Meer vermuteten oder sich schlicht und einfach kolossal verschätzten. Von Tieren und Pflanzen, die es weltweit nur in Australien und auch dort nur auf einem einzelnen Fleck zu finden gibt und Arten, die man seit der Eiszeit für ausgestorben hielt und plötzlich wiederentdeckte.
Meine Meinung:
Solange Bryson aus seinem unergründlichen Fundus an kuriosen und selbst den meisten „Aussies“ unbekannten Tatsachen erzählt, klebt man an den Seiten und kann gar nicht fassen, was es alles gibt und gegeben haben soll. Nur, wenn er einmal mehr von seinen Streifzügen durch die jungen Städte und Hausgruppierungen im Nirgendwo berichtet und wiederholt von langen Abenden in seltsamen Kneipen erzählt, wird man als Leser etwas müde und wartet sehnlichst auf die nächste, unglaubliche aber wahre Geschichte, die er irgendwo in einer australischen Bibliothek ausgebuddelt hat.

Für „Down Under“-Reisende sind die Beschreibungen der Ortschaften und Begegnungen mit den dort ansässigen Leuten sicher von Wert, für jemanden wie mich, der sich vordergründig für die australische Geschichte interessiert, sind diese Episoden eher nebensächlich und können getrost überblättert werden. Was Bryson allerdings an historischen Fakten und Begebenheiten zusammengetragen hat, ist von unschätzbarem Wert, unglaublich spannend und in dieser Form und Dichte ganz sicher nirgendwo sonst zu lesen.

Fazit:

Empfehlenswert!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: