[Rezension] Suzanne Collins – Gefährliche Liebe

Titel: Gefährliche Liebe (Die Tribute von Panem 02)

Autor: Suzanne Collins

Gebundene Ausgabe: 431 Seiten
Verlag: Oetinger
ISBN: 978-3789132193

Erster Satz:

„Ich halte die Thermoskanne in der Hand, obwohl sich die Wärme des Tees längst in der eisigen Luft verflüchtigt hat.“

Inhalt:

Katniss und Peeta haben die Hungerspiele überlebt und ihren Familien zu Wohlstand verholfen. Und doch sind sie noch immer die Marionetten des Kapitols und müssen ihre gespielte Liebesbeziehung  öffentlich fortführen. Als sie auf dem Siegeszug durch die unterdrückten Distrikte sehen, wie Menschen gefoltert und umgebracht werden und sich leise eine Revolution zusammenzubrauen droht, holt das Kapitol zum Gegenschlag aus: Unter allen überlebenden Teilnehmern der letzen Hungerspiele werden erneut Tribute für die Hungerspiele ausgewählt – und Katniss und Peeta müssen noch einmal in die Arena.

Meine Meinung:

Mit „Gefährliche Liebe“ steigert Suzanne Collins die Qualität ihrer Trilogie und macht fast alles besser, was ich im ersten Teil noch zu bemäkeln hatte. Trotzdem reicht es für mich noch nicht ganz zur Höchstbewertung.

Die anfangs noch recht scherenschnittartig gezeichneten Charaktere gewinnen im zweiten Teil zunehmend an Tiefe, allen voran Katniss, die mit ihrer inneren Zerrissenheit und ihrem Kampfgeist einfach eine tolle Hauptfigur ist. Auch bekommen die im ersten Teil eher nur oberflächlich angekratzten politischen Verwicklungen jetzt viel mehr Gewicht. Hatte ich in „Tödliche Spiele“ noch das Gefühl, Collins würde um Konflikte wie mit Sensationslüsternheit, Kontrollte und Diktatur eher drum herum schreiben, beschäftigt sich dieser Band sehr wohl mit diesen Themen.

Nichtsdestotrotz bleiben viele Beschreibungen noch recht vage. Die gesamte Atmosphäre ist eher austauschbar als prägnant, nur selten stellte sich bei mir richtiges „Kopf-Kino“ ein. Ich wünsche mir immer noch mehr Umschreibungen der Stadt, der Distrikte und der Landschaft in der Arena. Sicher, welche Baumarten auf der Insel, die diesmal Schauplatz der Kämpfe ist, wachsen oder wie heruntergekommen die Häuser in Distrikt 12 aussehen, ist eher nebensächlich, aber von solchen kleinen Einstreuungen lebt und atmet nun mal eine Geschichte.
Zudem fielen mir mehrere Logiklücken auf. Eine davon ist zum Beispiel, dass Katniss und Gale weiterhin das Loch im Zaun benutzen, um in den Wald außerhalb des Distriktes zu gelangen. Der gesamte Distrikt wird von Kameras überwacht und inzwischen sogar der Wald, nachdem man auf die beiden aufmerksam geworden ist, aber das Loch bleibt unbemerkt? Unwahrscheinlich.

Fazit: Alles in allem hat „Gefährliche Liebe“ mindestens so viel Spaß gemacht wie sein Vorgänger, wenn nicht sogar noch mehr. Die Handlung erschien mir noch runder und schlüssiger, trotz einiger Logikfragen. Knapp an den 5 Kaffeetassen vorbei, aber nur knapp. Und das überraschende Ende ist ein so gemeiner Cliff-Hanger, dass der abschließende Band gar nicht schnell genug erscheinen kann. 😉

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