[Rezension] Nina Blazon – Faunblut

Titel: Faunblut

Autor: Nina Blazon

Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
Verlag: cbt
ISBN: 978-3570160091

Erster Satz:

„Auf den ersten Blick sahen sie erschreckend menschlich aus.“

Inhalt:

Irgenwo in einer anderen Welt, in einer anderen Zeit: Jade, das Mädchen mit den flussgrünen Augen, lebt in einer verfallenen und unterdrückten Stadt gemeinsam mit ihrem Vater in einem heruntergekommenen Hotel. Mit dem Auftauchen der geheimnisvollen „Echos“ ändert sich ihr Leben schlagartig – denn schon bald stellt sie fest, dass man ihr auf den Fersen ist und sie sich verstecken muss.
Als der fremdartige und schöne Faun, der mit einem Schiff aus dem Norden kommt, gemeinsam mit seinem Meister im Hotel einkehrt, spürt sie deutlich, dass er irgendetwas mit den Veränderungen in der Stadt zu tun hat.
Doch als sich die ersten Aufständischen gegen ihre tyrannische Herrscherin erheben, kämpft Jade mit ihnen – aber Faun steht auf der Seite der Feinde …
Meine Meinung:


Positiv zu nennen ist die Idee an sich (geheimnisvolle Stadt + innerlich zerrissene Protagnistin mit ungewisser Vergangenheit + Faszinierender Fremder + Mystischer Fluss mit magischen Bewohnern + Tyrannei und Aufstand), die ein oder andere schöne Szene zwischen Jade und Faun und natürlich das wunderschöne Cover. Vielmehr kann ich leider nicht loben.

So schön die Idee für Mädchen mit Vorliebe für phantastisch angehauchte Geschichten mit eingebetteter Romanze (wie mich) auch klingt, „Faunblut“ halte ich persönlich leider für eine Enttäuschung.
Blazon erweist sich mit ihrem neuen Roman zwar als kreative Erzählerin, an Dichte und Schlüssigkeit in der Geschichte mangelt es jedoch stark. Die größte Schwäche des Romans ist meiner Meinung nach aber die schlechte Ausarbeitung. Der Leser weiß, die Handlung spielt in einer mysteriösen, ruinengleichen Stadt unter der Herrschaft einer boshaften Königin, doch bis auf ein paar Häuser, die näher beschrieben werden, bleibt das Aussehen der Stadt völlig im Dunkeln und man weiß nicht, wie es außerhalb aussieht. Die Königin selbst bekommt man erst ganz zum Schluss zu Gesicht – und dafür, dass sie eine ganze Palastrevolution auslöst, weiß man einfach zu wenig über sie, um das ganze mit Spannung zu verfolgen.
Auch alles andere wirkt leider sehr blass – angefangen bei den Charakteren, bis zu den Szenenbeschreibungen an sich. Und da überall nur an der Oberfläche geschabt wird, mag auch keine fühlbare Atmosphäre entstehen – ein Potential, das in Hinblick auf das Thema wirklich verschenkt wurde.

Von Verlagsseite wurde ja im Vorraus ordentlich die Werbetrommel gerührt, geworben wurde mit den Schlagwörtern „Trendig, Aufregend, Romantisch“, wobei höchstens letzteres in geringem Maße zutrifft, das Wort „trendig“ gehört für mich in Bezug auf Literatur einfach verboten und ist ein ziemlich gutes Synonym für „Mitläufer“. (cbt, überdenkt noch mal eure Marketing-Sprüche 😉 )

Fazit: Leider keine Empfehlung „Für alle Leser/innen von Stephenie Meyer, Jenny-Mai Nuyen und Christoph Marzi“ – „Faunblut“ hat weder die atmosphärische Dichte der „Bis(s)“-Bücher, noch so ausgefeilte Charaktere wie in Nuyens Büchern oder innovative Ideen wie man sie von Marzi kennt.

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