[Rezension] Mary Crow Dog – Lakota Woman

Titel: Lakota Woman – Die Geschichte einer Sioux-Frau

Autor: Mary Crow Dog

Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN: 978-3423361040

Erster Satz:

„Ich bin Mary Brave Bird.“

Inhalt:

In „Lakota Woman“ erzählt Mary Crow Dog von ihrer schweren Kindheit im Reservat, von den andauernden Anfeindungen der Weissen und wie sie von einem rebellischen Teenager zu einer mutigen jungen Frau wurde, die siebzig Tage lang gemeinsam mit anderen Indianern den „Wounded Knee“ besetzte und für die Rechte der Native Americans kämpfte, wie sie in dieser Zeit ihren Sohn zur Welt brachte und später den bekannten Medizinmann Leonard Crow Dog heiratete, der wegen „Hochverrats“ jahrelang von einem Staatsgefängnis ins nächste geschleppt und trotzdem nicht klein gekriegt wurde.
Meine Meinung:


Mary Crow Dog erzählt ihre Geschichte ganz ohne Pathos und dabei so berührend, dass man nur so durch die Seiten fliegt, obgleich nicht immer chronologisch berichtet wird, sondern wie in einer wirklich erhählten Geschichte zwischen einzelnen Ereignissen hin- und hergesprungen wird. So entsteht das Gefühl, als würde man mit Mary vor irgendeinem alten Trailer sitzen und sie einem ihre Lebensgeschichte erzählen.

Man erfährt von den Lebensverhältnissen der Indianer, angefangen Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, als Marys Großeltern noch Jung waren. Von den katholischen Schulen, in denen die indianischen Kinder von den Schwestern und Brüdern misshandelt wurden. Von Drogen und Alkohl, die im Reservat zwar nichts zu suchen, ihren Weg über Weiße, denen die Gesetze egal sind, aber immer wieder hinein gefunden und ganze Familien gespalten haben. Von unglaublicher Armut und Hass auf beiden Seiten, sowohl von Weißen als auch Indianern. Nichts zuletzt über die blutige Demonstration am „Wounded Knee“ erfährt man einiges, das ganz sicher so niergends in „weißen“ Geschichtsbüchern zu lesen ist. Und schließlich über die Widerstandsbewegungen von Indianern und Sympathiesanten in den Siebziger- und Achzigerjahren, durch die sich einiges, aber noch nicht alles geändernt hat.
Fazit:Unbedingt empfehlenswert für alle, die sich für das Leben der Indianer im zwanzigsten Jahrhundert interessieren und dafür, wie sie wurden, was sie heute sind.

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