[Rezension] Lili Wilkinson – Scatterheart

Titel: Scatterheart – Verbannt in die Ferne

Autor: Lili Wilkinson

Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: cbj
ISBN: 978-3570280171

Erster Satz:

„Der Wärter stieß Hannah in die Zelle und schloss klirrend hinter ihr ab.“

Inhalt:

London, 1814: Die junge Hannah wächst in reichem Hause bei ihrem oberflächlichen Vater auf. Als der eines Tages aufgrund von Spielschulden überstürzt nach Paris flüchtet und sie allein zurück lässt, bricht für sie eine Welt zusammen. Den Heiratsantrag ihres Hauslehrers, dem unscheinbaren Studenten Thomas, lehnt sie ihrer Notlage zum Trotz hochmütig ab, weil sie sich ihm in Rang und Stellung überlegen fühlt.
Mittellos und unfähig, sich ohne Hilfe auf den Straßen des rauhen Londons zurecht-zufinden, landet sie schließlich im Gefängnis und wird zu jahrelanger Zwangsarbeit in einer australischen Strafkolonie verurteilt.
Während der monatelangen Seereise lernt sie James, den attraktiven und charmanten Schiffsleutnant, kennen. James verspricht ihr ein standesgemäßes Leben in Luxus und Reichtum. Doch schon bald entpuppt er sich als unbeschreiblich brutal und kaltblütig. Hannahs Situation wird immer unerträglicher und aussichtsloser. Kann sie den Lauf ihres Schicksals verändern und einer trostlosen Zukunft entfliehen, um am anderen Ende der Welt ihr Glück und ihre große Liebe zu finden?
Meine Meinung:


Wilkinson schreibt mitreißend und spannend. Ihr Roman ist gespickt mit unerwarteten Wendungen und scheut sich nicht davor, Grausamkeiten real und unverblümt darzustellen. So erfährt der Leser einiges über Armut und Missstände im London der damaligen Zeit, aber auch Seuchen und Krankheiten wie Syphilis und Skorbut.

Der Leser fühlt sich sofort hineinversetzt ins Jahr 1814. Ein paar historische Ungenauigkeiten glaube ich in den Beschreibungen Londons und der damaligen Lebensumstände entdeckt zu haben, doch sobald Hannah auf See ist, sind diese kleinen Fehler vergessen. Man merkt, dass die Autorin sehr genau über die Schiffsreisen im neunzehnten Jahrhundert recherchiert hat. Auch der letzte Teil der Geschichte, der in Australien spielt, ist durchaus glaubwürdig und bildhaft erzählt.

Fazit: Spannender und bildgewaltiger historischer Roman, der stellenweise historisch ungenau ist, junge Leserinnen jedoch mit seiner packenden Geschichte begeistern wird. Eine Unaufdringliche Moral und ein Happy End sind garantiert.

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