[Rezension] Krystyna Kuhn – Das Tal 1.2 Die Katastrophe

Titel: Die Katastrophe – Das Tal 1.2

Autor: Krystyna Kuhn

Broschiert: 308 Seiten
Verlag: Arena
ISBN: 978-3401064734

Erster Satz:

„Irgendwo stürzte ein Stein die Felsen hinab, schlug in seinem Fall mehrfach gegen die Wand und das dumpfe Geräusch des Aufpralls wiederholte sich noch lange als Echo, als der Felsbrocken schon längst auf die glatte Oberfläche des Lake Mirror eingeschlagen und innerhalb weniger Sekunden hinab auf den Grund des Gletschersees gesunken war.“

Inhalt:

Katie West plant schon seit Monaten, ihrer geheimen Leidenschaft an den Steilhängen rund um das Tal nachzugehen und wagt sich an ein Unterfangen, an dem bereits in den Siebzigerjahren acht Studenten vom „Grace College“ scheiterten: die Besteigung des „Ghost“.
Schnell ist eine erfahrene Bergführerin aus dem nahegelegenen Ort Fields gefunden, doch um eine Gruppe mit der vorgeschriebenen Mindestanzahl der Personen zu bilden, muss sich Katie an Julia und die anderen wenden. Nach anfänglicher Skepsis schließt sich die Mehrheit ihrer Mitbewohner an – jeder aus einem anderen Beweggrund. Julia will herausfinden, was ihr Vater in den Siebzigern hier zu suchen hatte. Benjamin will Hammeraufnahmen für seine Kamera. Und auch Chris und David kommen mit – wegen Julia?
Als plötzlich der geheimnisvolle Paul Forster auftaucht und sich der Gruppe anschließt, würde Katie das Ganze am liebsten wieder abblasen – doch es ist zu spät, das Schicksal hat sich bereits entschieden. Denn Katies Vergangenheit lässt ihr keine Ruhe.

Meine Meinung:

Am ersten Band der „Das Tal“-Serie hatte ich noch einiges auszusetzen, weshalb ich positiv überrascht war, wie viel besser mir der zweite Band gefallen hat. Ich hatte den Eindruck, dass sich Krystyna Kuhn endlich warmgeschrieben und den richtigen Zugang zu ihrer eignen Geschichte gefunden hat.
Die Figuren, die ich im ersten Teil noch als zu scherenschnittartig und eindimensional empfand, entwickeln hier ein glaubwürdiges Eigenleben und interagieren viel besser miteinander. Hilfreich war es diesmal auch, dass ich mit Katie als Hauptprotagonisten viel besser zurecht kam als mit Julia im ersten Teil. Katie ist zwar auch eher von der verschlossenen Sorte, jedoch viel willensstärker und entschlossener als Julia. Mit ihrer Wut und ihrer Trauer konnte ich mich sehr gut identifizieren, zumal ihre Vergangenheit, über die man viel mehr erfährt als über Julias, für mich viel glaubwürdiger, überraschender und auch spannender war.

Hinzu kommt, dass hier auch die Story viel besser entwickelt wurde. Die Handlung kommt unglaublich schnell in Fahrt und lässt einen gar nicht mehr los. Der Spannungsbogen ist wohl eher ein „Spannungsanstieg“, denn das Buch endet mit einem wahren Knall, der einen ganz hibbelig zurücklässt und UNBEDINGT nach dem dritten Band verlangt.

Auch in diesem Teil sind mir noch ein paar Schnitzer aufgefallen, zum Beispiel fehlt der Autorin auch diesmal ein wenig das Gefühl für Timing, wenn es darum geht, dass sich Charaktere das erste Mal treffen und kennenlernen. Es ist einfach unglaubwürdig, wenn jemand einen anderen, nachdem er ihn erst ein paar Stunden kennt und kaum ein Wort gewechselt hat, schon beim Spitznamen nennt und mit ihm redet, als würden sie sich schon Wochen kennen. Die ein oder andere Logikfrage wäre vielleicht auch zu diskutieren, wenn man Lust und Spaß dran hat, aber bei all der Spannung überfliegt man diese Stellen einfach und kümmert sich nicht weiter darum.

Fazit: Wie dem auch sei. Ich hatte einen Mordsspaß mit „Die Katastrophe“ und werde mir bestimmt auch die beiden Folgebände besorgen. Schade eigentlich, dass wir das nächste Buch sicher wieder aus einer anderen Perspektive lesen (diesmal Rose?), weil ich Katie so ins Herz geschlossen habe und – vor allem – unbedingt wissen muss, wie sich ihre Geschichte weiterentwickelt. Aber wir werden sehen … 😉

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