[Rezension] Isabel Abedi – Lucian

Titel: Lucian

Autor: Isabel Abedi

Gebundene Ausgabe: 553 Seiten
Verlag: Arena Verlag
ISBN-13: 978-3401062037

Erster Satz:

„Der Mittwochabend gehört uns, Janne, Spatz und mir.“

Inhalt:


Die 16-jährige Rebecca führt mit ihrer Mutter und deren Lebensgefährtin ein relativ normales Leben, bis eines Tages plötzlich der geheimnisvolle Lucian auftaucht, der sich nicht an seine Vergangenheit erinnern kann. Die beiden fühlen sich auf seltsame Weise zueinander hingezogen und laufen sich immer wieder zufällig über den Weg. Schon bald ahnt Rebecca, dass Lucian kein normaler Junge ist – durch immer wiederkehrende Träume scheinen sie miteinander verbunden, und zuweilen scheint es sogar, als könnten sie dasselbe fühlen. Langsam nähern sie sich einander an, doch noch ehe sie hinter Lucians Geheimnis gekommen sind, werden sie voneinander getrennt – mit schrecklichen Folgen.
Meine Meinung:


Abedi gelingt es zwar, uns in Rebeccas Gefühlswelt eintauchen zu lassen und trotz des ziemlich umfangreichen Buches den Leser bis zum Ende bei der Stange zu halten, leider aber hinkt „Lucian“ an manch anderer Stelle mächtig hinterher.
Punkt eins, den ich bemängeln muss, ist leider eben dieser Umfang. Über 550 Seiten stark ist das Buch, in dem vergleichsweise aber wenig passiert. Teilweise ist mir die Detailversessenheit der Autorin doch etwas aufgestoßen. Bitte nicht falsch verstehen, ich LIEBE detailverliebte Bücher und könnte in manch einem wirklich versinken (bei manchen Autoren funktioniert das – auch Stephenie Meyer neigt zu ausschweifenden Beschreibungen von Kleingkeiten, aber ich klebe trotzdem an jeder einzelnen Seite). Bei „Lucian“ nerven mich eine Menge unwichtiger Nebensächlichkeiten, die da breitgewalzt werden. Ich muss nicht wissen, was sich Rebecca alles für CD’s auf dem Flohmarkt kauft, wenn es nichts, aber auch nichts mit der Story oder ihren Charaktereigenschaften zu tun hat. Ein paar Mal will ich gern die Augen zudrücken, aber die unwichtigen Stellen im Buch häufen sich meines Erachtens so sehr, dass sie die Handlung strecken und die Nerven überstapazieren.
Größtes Manko für mich ist aber die fehlende Romantik in „Lucian“. Das Buch soll eine Liebesgeschichte sein, eine große, betörende, mit Mystik angehauchte Liebesgeschichte, aber der Platz, den Isabel Abedi in ihrer Geschichte romantischen Gefühlen einräumt, ist viel zu klein. Lucian taucht am Anfang immer mal wieder, in der Mitte dann etwas länger und bis zum großen Finale hin überhaupt nicht mehr auf. Hier wurde den unwichtigeren Nebenhandlungen zu viel Platz eingeräumt, denn ich kann mich beim besten Willen nicht seitenlang für Auseinandersetzungen zwischen Rebecca und ihrer Mutter oder die Beziehungsprobleme von Rebeccas bester Freundin Suse begeistern, wenn ich doch endlich wissen will, wie es mit Rebecca und Lucian weitergeht. Die Gewichtung der Handlungsstränge wurde hier meiner Meinung nach vertauscht.
Dafür, dass auf den ersten 150 Seiten so gut wie nichts passiert, ging mir das mit dem Verlieben viel zu schnell. Da konnte (zumindest für mich) keine wirkliche Romantik aufkeimen. Das war viel zu sehr „von jetzt auf gleich“. Auch richtig romantische Momente zwischen Lucian und Rebecca fehlen, nur am Schluss gibt es ein paar, bei denen ich voll und ganz mitfühlen konnte.
Zugutehalten muss ich der Autorin aber ihren Einfallsreichtum, was Lucians Geschichte angeht. Gut durchdacht und glaubwürdig umgesetzt. Und während der erste Teil des Buches noch ziemlich viele Durststrecken in der Spannung aufwieß, so kam die Handlung im zweiten Teil in Los Angeles doch wieder mehr in Fahrt.

Fazit: Nett und flüssig zu lesen, für mich aber doch ein wenig unbedriedigend. Ich hätte mir 150 Seiten weniger und mehr Fokus auf den wirklich wichtigen Inhalt der Geschichte, nämlich die Liebesgeschichte zwischen Lucian und Rebecca gewünscht.
Kann man lesen, eine Empfehlung meinerseits ist es diesmal aber leider nicht. Lest lieber „Whisper“ und vor allem „Isola“, zwei durchweg spannende und atmosphärisch dichte Bücher! 😉

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2 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Sabrina
    Nov 07, 2011 @ 17:08:26

    Ich fand dieses Buch besser als Whisper und Isola ^^,Whisper und Isola sind aber auch klasse 🙂 !

    Antwort

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