[Rezension] Cassandra Clare – City of Glass

Titel: City of Glass – Die Chroniken der Unterwelt 3

Autor: Cassandra Clare

Gebundene Ausgabe: 728 Seiten
Verlag: Arena
ISBN: 978-3401061344

Erster Satz:

„Der Kälteeinbruch der vorangegangenen Woche war vorüber und die Sonne schien strahlend vom Himmel, als Clary die staubige Auffahrt vor Lukes Haus überquerte.“

Inhalt:

Der letzte Teil der Urban Fatasy Trilogie von Cassandra Clare spielt in Idris, der geheimnisvollen Heimat der Nephilim, über die in den ersten beiden Bänden nur berichtet wurde. Clary reist zur Gläsernen Stadt, um Ragnor Fell zu finden, den einzigen Menschen, der ihre Mutter aus dem Koma erwecken kann. Begleitet wird sie von Jace, Alec und Isabelle, und von Luke und Simon, die als „Schattenweltler“ überhaupt nicht dort sein dürften. Doch natürlich kommt alles ganz anders als geplant. Valentin muss nur noch in den Besitz eines rätselhaften Spiegels kommen, um die Macht über Idris und die irdische Welt endlich an sich zu reißen. Und dann ist da noch der geheimnisvolle Sebastian, der Clary fasziniert und auf seltsame Weise vertraut vorkommt …
Meine Meinung:


So sehr ich auch den ersten Band der Trilogie, „City of Bones“ genossen habe, so enttäuscht bin ich von den beiden Nachfolgern des Buches. „City of Ashes“ kam bei weitem nicht mehr an Teil eins heran, vor allem durch die fadenscheinige und durch substanzlose Verfolgungsjagden aufgepuschte Story und den etwas hölzernen Humor, der lange nicht mehr mit den frischen Gags in „City of Bones“ mithalten konnte. Auch „City of Glass“ schafft es nicht, an die Frische und Unkonventionalität des ersten Bandes anzuknüpfen. Die Story mag recht interessant sein, aber sie schafft es einfach nicht zu begeistern wie am Anfang. Man merkt den Fortsetzungen an, dass die Autorin sie nicht mehr zu unverbraucht und ins Grüne hinein geschrieben hat wie den ersten Teil. Sprühte „City of Bones“ noch vor Einfallsreichtum und flotter Sprüche, ziehen sich „City of Ashes“ und „City of Glass“ zäh wie Kaugummi dahin und lassen nur hin und wieder etwas vom Esprit des Vorgängers erahnen. Die Erzählweise wirkt etwas bemüht und gestreckt, man kann sich beinahe vorstellen, wie der Erwartungsdruck und der Abgabetermin der Autorin im Nacken gesessen haben. Es blieb wohl nicht mehr genug Zeit, um Idris, die so schillernd beschriebene Welt der Nephilim, glaubwürdig auszugestalten. Hier hätte es so viele Möglichkeiten gegeben, doch stattdessen klatsch Cassandra Clare einfach ein paar vage Hügel und Täler mit einem großen See zusammen und setzt eine vielleicht mittelalterliche, vielleicht moderne Stadt hinein, die irgendwo in ihrem Zentrum Kristalltürme und eine große Kongresshalle stehen hat. Mehr erfährt man über die legendäre „Gläserne Stadt“ nicht.
Auch der Plot begeistert nicht viel mehr als im dünnbeinigen „City of Ashes“. Die meiste Zeit wird nur darüber beraten, wie man Valentin und seiner Dämonenarmee begegnen wird, wenn sie denn auftaucht, und ob man sich mit den Schattenweltlern verbünden soll oder nicht.
Zusammengehalten wird das Ganze nur durch die starken Charaktere und ihre Beziehungen zueinander, seien es Clary und Jace oder Simon und Isabelle, die weder mit- noch ohne einander können und vor allem der attraktive und mysteriöse Sebastian, der zu einer Schlüsselfigur der Geschichte wird.

Fazit: Eine vielversprechend begonnene Trilogie endet mit „City of Glass“ zwar mit Großem Hallo und alle Fäden werden befriedigend miteinander verknüpft, den Charme des ersten Bandes kann es allerdings nicht wieder aufleben lassen. Eine so facettenreiche Welt verflacht leider zum Ende hin immer mehr zum klischeebeladenen „Armee des Lichts gegen Armee der Finsternis“-Finale, das den anfänglichen Einfallsreichtum der Autorin schmerzlich vermissen lässt. Einzig die spannenden und überzeugenden Charakterkonstellationen vermögen es, den Leser bei der Stange zu halten und bis zum Ende mit ihnen zu bangen.
Eindeutig zu viele Seiten, auf denen zu viel Vorhersehbares und schon einmal Dagewesenes passiert, um mich für ein mögliches viertes Buch der Reihe (City of Fallen Angels) zu begeistern.

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