[Rezension] Antje Babendererde – Rain Song

Titel: Rain Song
Autor: Antje Babendererde

Gebundene Ausgabe: 315 Seiten
Verlag: Arena
ISBN: 978-3401065229

Erster Satz:

„Weiße Nebelfetzen hingen in den zerklüfteten Felsen vor der Steilküste von Cape Flattery und ein leichter Wind trieb die Wellen des Pazifiks sanft gegen das steinige Ufer am Kap.“

Inhalt:


In dieser Geschichte geht es um Hanna, die nach Neah Bay reist, um im Makah Reservat nach Jim, dem Vater ihrer kleinen Tochter Ola zu suchen, der vor fünf Jahren spurlos verschwand. Kaum am windigen Cape Flattery angekommen, wird die Situation plötzlich lebensgefährlich für sie. Ein unglücklicher Zufall – oder steckt doch mehr hinter dem morschen Geländer über der den Klippen der Steilküste?
Der Indianer Greg rettet sie und die beiden stellen schnell fest, dass sie eine gemeinsame Verbindung zu Jim haben, die tief in der Vergangenheit verwurzelt ist. Gegen seine inneren Zweifel und die Ablehnung seines Vaters ankämpfend, entschließt sich Jim dazu, Hanna bei der Suche nach Jim zu helfen.
Während sich die beiden langsam näher kommen, geschehen seltsame Dinge im Reservat. Wer steckt hinter den bedrohlichen Vorkommissen – nur ein paar jugendliche Randalierer oder vielleicht sogar Tsonoqa, die wilde Frauengestalt aus den Legenden der Makah – und was hat es mit Jims Verschwinden auf sich?

Meine Meinung:

Vor „Rain Song“ habe ich bereits „Der Pfahlschnitzer“ gelesen, Antje Babendererdes Debütroman, der 1999 erschien. „Rain Song“ ist die vollständig überarbeitete Fassung dieses Romans.
Ich mochte schon den „Pfahlschnitzer“ und habe mich sehr gefreut, dass die Geschichte um Hanna, Greg und Jim in neuem Gewand wieder da ist. Antje Babendererde hat an allen Ecken und Enden kräftig gefeilt und das tut dem Werk sichtlich gut. Als das Buch damals erschien, war sie gerade dabei, den ihr eigenen Stil zu finden und übte sich noch am Heraufbeschwören der einprägsamen Bilder, die ihre Werke heute auszeichnen.
Mit „Rain Song“ ist die Sprache runder und die Dialoge fließender geworden, die Handlung wirkt stringenter erzählt und der ganze Stil fügt sich jetzt viel besser in die Reihe ihrer anderen Bücher ein.
Trotz allem ziehe ich eine Kaffeetasse ab, weil mir Hanna als Protagonistin irgendwie blasser erschien als die Helden ihrer anderen Bücher. Zudem hätte der Plot am Beginn den ein oder anderen Schubs vertragen, da die Spannung erst im letzten Dittel so richtig zu köcheln beginnt.
Abgesehen davon bin ich wie immer bei Antje Babendererdes Büchern begeistert. Der Storytwist ist hervorrangend überlegt und mitreißend. Man lernt Unmengen über die Traditionen, Legenden und das heutige Leben der Makah; nicht, weil einem stückweise Fakten serviert werden, sondern weil alles völlig glaubhaft in die Handlung eingewoben ist. Atmosphärisch und bildgewaltig taucht man als Leser ein in die Welt der Makah, fühlt sich beinahe selbst hineinverssetzt in die wilde Ladschaft aus schäumendem Meer, wilder Steilküste und dichter Wälder.

Fazit: Wie immer habe ich auch dieses Buch in einem Rutsch gelesen (und das, obwohl ich die Geschichte schon kannte). Das einzig Dumme an Antjes Büchern ist, dass es bis zum nächsten Erscheinungstermin immer vieeel zu lange dauert!
Eine Empfehlung an alle Babendererde-Fans und solche, die es werden wollen. 😉

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