[Rezension] Antje Babendererde – Der Walfänger

Titel: Der Walfänger

Autor: Antje Babendererde

Taschenbuch: 437 Seiten
Verlag: Merlin-Verlag
ISBN: 978-3875362688

Erster Satz:

„Hunger und Neugier trieben das junge Grauwalweibchen aus der Lagune von Matancitas auf das offene Meer hinaus in Richtung Norden.“

Inhalt:

Die junge Meeresbiologin Irina steht kurz davor, Roberts Antrag anzunehmen und ihn zu heiraten. Doch die Vergangenheit lässt ihr keine Ruhe – der Indianer Micah, mit dem sie früher verheiratet war, taucht plötzlich immer wieder in ihren Gedanken auf. Was für ein Mensch ist aus ihm geworden? Was ist passiert, seit sie ihn verlassen hat, weil sie die Kluft zwischen ihren beiden Kulturen für unüberwindbar hielt? Und vor allem: was geschieht nun, da das Fangverbot der Makah das erste Mal seit 80 Jahren wieder aufgehoben wurde und sich die Indianer auf eine traditionelle Jagd vorbereiten?
Irina fährt nach Neah Bay, um sich für den Schutz ihrer geliebten Wale einzusetzen und herauszufinden, was sie noch für Micah empfindet. Dieser hat sich unterdessen in die liebenswerte Museumsleiterin Sally verliebt und hadert mit seiner Bürde – denn er wird an der Waljagd teilnehmen.
Als dann auch noch Morddrohungen fanatischer Tierschützer im Reservat eintreffen, spitzt sich die Lage erheblich zu.

Meine Meinung:
„Der Walfänger“ beschäftigt sich ausführlich mit den Traditionen des Walfangs der Makah und dem Versuch, diese heute wieder aufleben zu lassen. Das Buch steckt voller hervorragend recherchierter Fakten und bleibt dabei durchgehend objektiv. Immer ist der Leser hin und hergerissen zwischen Wohlwollen und Abneigung gegenüber dem Walfang.

Antje Babendererde deckt in diesem Roman auf, wieviel mehr mit dem Walfang verbunden ist als das bloße „Wiederbeleben“ einer alten Tradition, dass die Hoffnung und die Zukunft der Makah an dem neu gewonnenen Walfangrecht hängen.
Gleichzeitig beschäftigt sie sich mit der Frage, wie weit man in die Vergangenheit zurückgehen sollte und wann es an der Zeit ist, einen Schritt nach vorn zu tun.

„Der Walfänger“ ist detailgenauer und informativer als jedes ihrer anderen Werke, büßt durch die vielen Beschreibungen und Perspektivwechsel aber auch an Spannung ein.
Fazit: sehr zu empfehlen für jene, die sich für den Walfang, die Makah und ihre Traditionen interessieren. Wer lieber einen packenden Page-Turner lesen will, ist bei Antje Babendererdes anderen Büchern besser aufgehoben.

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