[Rezension] Marion Zimmer Bradley – Die Wälder von Albion

Titel: Die Wälder von Albion
Autor: Marion Zimmer Bradley
Taschenbuch: 686 Seiten
Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 9., Aufl. (1. September 1995)
ISBN-13: 978-3596127481

Erster Satz:

„Ein Kalter Wind peitschte die Fackeln zu glühenden, feurigen Fahnen.“

Inhalt:

Albion (England), erstes Jahrhundert nach Christi Geburt: das Keltentum kämpft nicht nur gegen die Übermacht Roms, sondern auch gegen das Christentum, einen neuen Glauben, der sich auch in Albion auszubreiten beginnt.

Eilan, Tochter eines Barden, wird in der Schwesternschaft der Priesterinnen zur Seherin ausgebildet. Der Preis dafür: es ist ihr verboten, einen Mann zu lieben. Als  Gaius, ein römischer Soldat, schwer verwundet in Eilans Elternhaus gebracht wird, beginnt das Unvermeidliche – und es hat Folgen …

Meine Meinung:

Nachdem ich ganz in den Zauber von „Die Nebel von Avalon“ geraten bin, habe ich mir einige Zeit später auch den Auftakt der Reihe, „Die Wälder von Albion“ zugelegt.
Marion Zimmer Bradley versteht es auch diesmal, Macht und Intriegen hervorragend darzustellen und rückt erneut die Weisheit und Macht der Frauen in den Vordergrund.

Leider fanden sich meiner Meinung nach zu viele langatmige Stellen im Buch. Es liest sich über lange Zeit recht schleppend und nur hin und wieder kommt das Geschehen so richtig in Fahrt, man merkt, dass die Autorin gerade in Schwung war. Die ausgewalzten plolitischen Szenen ermüden zudem und helfen der Spannung nicht gerade weiter.
Spannende Handlungselemente konzentrieren sich auf Eilans wachsende Liebe zu Gaius, die verhängnisvolle Beltane-Nacht und deren Folgen und nicht zuletzt ihrer Ernennung zu Hohepriesterin.  Auch Gaius‘ spätere Zerrissenheit und sein Konflikt mit sich selbst, als er Julia heiratet und später aus Verzweiflung Senara um ihre Hand bittet, ziehen in den Bann.  Hier liegen die Stärken der Autorin; die Entwicklung zwischenmenschlicher Beziehungen überzeugen und die Gedankenwelt der Charakter fängt sie wunderbar ein.
Im Gegensatz dazu stehen die ewigen Rituale und Verkündigungen der Göttin durch Eilan und die erwähnten politischen Aspekte, die dick in die Geschichte eingestreut sind.
Was mich richtig arg störte ist die penetratnte Verwendung von Großbuchstaben, wenn es um die  Göttin geht.  Stetig ist von IHR die Rede und sogar sich selbst nennt sie in ihren Orakelsprüchen ICH, was nach einer Weile jegliche Würde einbüßt und einfach nur noch eingebildet wirkt. Nicht zuletzt aus diesem Grund kam mir die Göttin weder gütig, noch vertrauensvoll, sondern machtbesessen und stellenweise grausam vor. Auch die Lieder und Gebete der Priesterinnen konnten mich nicht überzeugen; ich fand sie nicht poetisch und staubtrocken. Dies mag an der Übersetzung liegen, weshalb ich deswegen kein Fass aufmachen möchte.

Fazit: Leider muss ich hier einen meiner Hasssätze anbringen, nämlich: „weniger ist manchmal mehr.“
So hätte Marion Z. Bradlay (spätestens der Lektor) die langatmigen Stellen auf mindestens die Hälfte reduzieren können, und schon wäre daraus ein durchaus packender Roman geworden.
Deshalb also leider nur 2 Kaffeetassen für dieses Buch. Noch einmal werde ich mich wohl nicht durchquälen wollen.

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