[Rezension] Laurell K. Hamilton – Bittersüße Tode

Titel: Bittersüße Tode (Anita Blake 1)

Autor: Laurell K. Hamilton

Taschenbuch: 398 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3404770809

Inhalt:

Anita Blake ist von Beruf Vampirjägerin. Seit Vampirismus legalisiert worden ist, hat sie alle Hände voll zu tun. Ihr neuester Auftrag: ein gerissener Killer bringt reihenweise Vampire um die Ecke – und sie soll ihn finden. Dabei sind ihre Auftraggeber von der besonders furchteinflößenden Sorte: Nikolaos, der mächtigste Vampir der Stadt, ist über tausend Jahre alt und sieht aus wie ein zehnjähriges Mädchen. Der mysteriöse Jean-Claude ist dafür um so anziehender…

Meine Meinung:

„Bittersüße Tode“ ist mein erstes Buch von Laurell K. Hamilton. In erster Linie hatte ich es mir gekauft, da ichwährend einer akuten Vampirphase über eine Schnäppchenausgabe gestolpert bin.

Vorweg: „Bittersüße Tode“ ist durchaus sehr spannend und dadurch, dass nicht einmal vor Mord an liebgewonnenen Charakteren Halt gemacht wird, auch nicht vorraussehbar. Dennoch habe ich leider auch viele negativen Eindrücke beim Lesen gewonnen:
1. Wer nichts gegen die gängigen Vampir-Klischees hat, sollte sich nicht weiter daran stören, aber dieser Roman strotzt nur so von allem, was man mit Vampiren à la Dracula und trashigen Filmen in Verbindung bringt. Die Vampire tragen Spitzenhemden und enge Lederhosen, sie vertragen keine Kreuze und kein Weihwasser. Ein ganzer Haufen von ihnen arbeitet (für mich vollkommen unverständlicher Weise) in einem Nachtclub und geht nebenbei noch auf geheime Striptease-Partys.
2. Wirklich kein mystisches Wesen wird hier ausgelassen: tauchen Zombies, Ghule, Werratten und -Wölfe haben bunt durcheinandergewürfelt ihren Auftritt. Ich persönlich konnte nichts damit anfangen, das die Protagonistin von Beruf Zombie-Beschwörerin war. Das mag allerdings nicht nur an der Sache selbst, sondern auch an der Umsetzung liegen.
3. Der Schreibstil der Autorin ist nicht gerade das, was ich erste Sahne nennen würde. Sie schreibt zwar relativ solide, dennoch bin ich ständig über Anitas nervtötende Gedankengänge gestolpert. Alle paar Seiten sagt oder denkt sie etwas, um es kurz danach mit einem „Na klar.“ oder „Sicher.“ selbst wieder ins Sarkastische zu ziehen. Das wirkte anfans lustig und verlieh ihrem Charakter einen eigenen Charme, war mit der Zeit aber einfach nur noch nervig. Man wartete förmlich auf das nächste, sehr sarkastische „Sicher.“
Desweiteren fiel ich hin und wieder dermaßen über einzelne Sätze, dass ich fast schon lachen musste. Zwei meiner liebsten: „Die Straßenlampen glänzten abseits vom Bürgersteig.“ Und, mein Favorit: „Das Gras war so hoch wie ein Elefant, aber nicht halb so schön.“
4. Ich lese viel und bin nicht schwer von Begriff, aber aus der Handlung dieses Romans bin ich bis zum Schluss nicht schlau geworden. Irgendwie fing alles damit an, dass ein Haufen Vampire ermordet aufgefunden wurde und sich die Kripo (und Anita Blake, die Zombi-Spezialistin) um die Aufklärung des Mordes kümmern sollte. Auf einem Umweg durch eine Menge brenzliger Zwischenfälle gerät sie in die Hände der Obervampyress der Stadt, die sich offenbar nie ganz entscheiden kann, ob sie Anita lieber qualvoll ermorden, zu ihrer Sklavin machen oder selbst auf die Aufklärung des Mordfalls ansetzten soll.
Die Beweggründe der agierenden Personen wurden mir einfach nie wirklich klar. Oft hielt ich während des Lesens inne, um mich zu fragen: „Moment mal – warum passiert das gerade eigentlich?“. Letzten Endes las ich trotzdem weiter, einfach, weil viel passierte, weil ich wissen wollte, ob die Hauptpersonen überleben.

Fazit: Ein Buch, das man sich meiner Meinung nach schenken kann. Vielleicht Geschmackssache, aber ich konnte nicht viel damit anfangen. Positiv zu vermerken: Die Handlung wird schnell voran getrieben, die Spannung lässt nie nach. Anita ist eine gut herausgearbeitete Protagonistin, die durch ihre sehr eigenen Art und ihren Sarkasmus für Kurzweil sorgt.
Negativ: von gut durchdachtem Plot keine Spur. Vielmehr scheint das Buch eine Aneinanderreihung von Action- und Erotik-Sequenzen zu sein, durchsetzt mit Grusel- und Ekeleffekten. Würde mich jemand fragen, ich könnte ihm nicht wiedergeben, worum es sich genau in der Geschichte gehandelt hat. Und ein Buch, dessen Handlung sich dem Leser nicht wirklich erschließt, kann zumindest bei mir keinen Blumentopf gewinnen.

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