[Rezension] Jenny-Mai Nuyen – Nijura: Das Erbe der Elfenkrone

Titel: Nijura – Das Erbe der Elfenkrone

Autor: Jenny-Mai Nuyen

Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: cbj; Auflage: 5 (2. August 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570130584
ISBN-13: 978-3570130582

Erster Satz:

„Seit Stunden hing Dämmerlicht über den Marschen von Korr.“

Inhalt:

Als ein Mensch die Elfenkrone Elrysjar an sich reißt, müssen ihm die Moorelfen von nun an bedingungslos zu folgen. Er versammelt ein Heer Grauer Krieger um sich, um die Macht über das gesamte Land zu erringen. Eine einzige Waffe vermag, ihn aufzuhalten: ein Messer im Besitz der Halbelfe Nill, verachtet von ihrem Volk und nirgends dazugehörend. Ihr Schicksal ist es, die Herrschaft des Menschenkönigs zu beenden. Sie ist „Nijura“. Gemeinsam mit Scapa, dem Anführer einer Diebesbande aus Kesselsatdt und dem Elfenprinzen Kaveh macht sie sich auf die gefährliche Reise ….

Meine Meinung:

„Nijura – Das Erbe der Elfenkrone“ war mein erstes Buch von Nuyen und ich hatte es mir in erster Linie deshalb gekauft, weil ich gespannt war auf die Ideen und die Schreibweise einer erst 18jährigen Autorin – und war schlichtweg begeistert.
Die ersten 50 Seiten lesen sich gut, aber alles, was danach kommt, ist nur noch der reinste Lesegenuss.
Jenny-Mai Nuyen schreibt überraschend wortgewandt und es gelingt ihr auf wundersame Weise, dem Leser Bilder, Landschaften, Gerüche und Klänge zu vermitteln.
Die Charaktere sind sorgsam gezeichnet und es bleibt einem gar nichts anderes übrig, als ihnen auf ihrem Weg mitzufiebern. Auch die Handlung ist erfrischend neu gestrickt und wartet immer wieder mit ungeahnten Wendungen auf. So bleibt der Roman die ganze Zeit über spannend und man kann es kaum erwarten, bis all die Geheimnisse nach und nach aufgelöst werden.
Jenny-Mai Nuyens Roman ist aber in keiner Hinsicht ein romantisches, hohles Geplänkel mit Happy End-Garantie. Kritische Themen wie kulturelle Missverständnisse und das Überwinden von Rassenzwängen sind ein grundlegendes Thema von „Nijura“, ebenso wie Liebe und Loyalität, aber auch Hass und Verrat. Nuyen umschifft gekonnt jegliche Schwarz-Weiß-Zeichnung ihrer Charaktere und manch einer ist so undurchsichtig, dass man bis zum Schluss darum bangt, ob er nun Freund oder Feind ist.
Auch gibt es einige wenige Male schwere Schicksalsschläge, die die Heldin Nill und auch der Leser verkraften müssen.

Fazit: eines der besten Fantasy-Bücher, die ich bisher gelesen habe, mit anhaltender Spannung und wunderbar düster-dramatischer Handlung, ohne dass Witz und Frohsinn zu kurz kommen. Besonders hervorzuheben sind die liebevoll gestalteten Charaktere, die der Wichtigkeit ihres Auftrages zum Trotz doch nie an ihrer Jugendhaftigkeit verlieren oder makellos und vollkommen sind.

Zur Aufmachung: Besonders hervorzuheben ist der wunderschöne Einband, doch auch wenn man das Buch aufschlägt, wird man einige Überaschungen erleben – so gibt es am Anfang eine sorgsam und von der Autorin eigens gezeichnete Karte, und sogar die Geschichte selbst hat sie mit wunderhübschen Schmuck-Vignetten verziert.

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