[Rezension] Antje Babendererde – Talitha Running Horse

Titel: Talitha Running Horse

Autor: Antje Babendererde

Taschenbuch: 301 Seiten
Verlag: Arena
ISBN: 978-3401029375

Erster Satz:

„Tally, Wo steckst du?“

Inhalt:

Das Halbblut-Lakota-Mädchen Talitha wächst im Pine Ridge Reservat in South Dakota auf und lebt mit ihrem Vater unter bescheidenen Verhältnissen in einem Trailer. Mit 13 trifft sie das erste Mal auf den jungen Neil Thunderhawk und lernt das Fohlen Stormy kennen. Während sie langsam Stormys Zuneigung gewinnt, gelingt es ihr jedoch nicht, sich an den abweisenden Neil heranzutasten. Ihre unschuldigen Träume werden allerdings von einem einschlagenden Ereignis überschattet, als der gesamte Trailer abbrennt und Tally zu ihrer unausstehlichen Tante und ihrem Cousin ziehen muss. Zu allem Überfluss bleibt ihrem Vater nichts anderes übrig als seine Arbeit in einer anderen Stadt zu suchen. Die Einzige, der sie sich anvertrauen kann, ist die junge Stute Stormy, zu der ein ganz besonders Verhältnis entsteht.
Tally wird älter und reifer, sie erfährt von Alkohol, Drogen und randalierenden Gangs im Reservat und ihr werden die bisher dunklen Seiten des Lebens bewusst. Dabei verliert sie nie die tiefe Zuneigung für Neil und die Hoffnung, dass er die kleine Tally vergessen und sie endlich als junge Frau sehen und ihre Gefühle erwidern könnte. Und nicht zuletzt die Hoffnung, das der große Ritt zu Ehren der Vorfahren ihr einen neuen Weg aufzeigen und manches wieder zum Guten wenden kann.

Meine Meinung:

„Talitha Running Horse“ ist überraschend vielschichtig. Was als unschuldiges Pferdeabenteuer vor exotischer Kulisse beginnt, entwickelt sich bald zu einem kritischen Gesellschaftsbild der Lakota Indianer. Das Buch braucht seine 50 Seiten, um mit dem spannungsgeladenen Teil der Geschichte loszulegen, doch dann reißt es den Leser mit und lässt ihn nicht mehr los.

Der Einblick in das triste Reservatsleben der Lakota, geprägt von Arbeitslosigkeit, Alkohol, Kriminalität und Identitätsverlust der jüngeren Generationen ist schmerzlich. Hoffnung keimt aber immer dann wieder auf, wenn Talitha und die Menschn in ihrem Leben an die alten Traditionen anzuknüpfen versuchen und ein Gefühl des Zusammenhaltes entsteht, das einen Funken dessen wieder aufkeimen lässt, was das stolze Volk der Lakota vor einem Jahrhundert noch gewesen ist.

Fazit: Man muss definitiv kein Pferdefan sein, um „Talitha Running Horse“ zu mögen. Ein wunderbares Lesevergnügen – und vielleicht eine der intensivsten Liebesgeschichten aller Babendererde-Romane.

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